Wieder einmal das Thema Betriebswechsel

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Xilian
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Wieder einmal das Thema Betriebswechsel

Beitragvon Xilian » Mi Feb 12, 2014 21:16

Einen schönen guten Abend wünsche ich allen, die das heute noch lesen. Sonst halt guten Morgen/Mittag oder sonst eine Tageszeit~

Also, wie oben schon beschrieben, wende auch ich mich mit dem Thema Betriebswechsel an euch. Ich weiß, dass das Thema schon öfter angeschrieben wurde, wollte jedoch gerne eure Meinung zu meiner Situation wissen.

Als Erstes muss gesagt sein, ich bin volljährig und aus der Probezeit raus. Da ich mich nun erst mit dem Thema ankomme, liegt daran, dass ich erst jetzt bei uns in den Service gekommen bin. Bisher war ich im Housekeeping, wo alles vollkommen in Ordnung war.
Es fängt damit an, dass wir, wie viele andere hier auch, jeden Tag Überstunden machen. Ich weiß, ich arbeite in der Gastronomie, da sind Überstunden normal. Ich habe auch nichts dagegen, solange es im angemessenem Rahmen abläuft. Ich bin jetzt seit Januar im Service und habe diesen Monat 186,5 Stunden abzgl. Pausen und inkl. Schule gearbeitet. Dazu sei gesagt, dass ich im Januar eine Woche Urlaub hatte, sonst wären es noch mehr. Auch bei uns verfallen diese Stunden sofort und wir bekommen keinerlei Ausgleich dafür. Ich weiß nicht, ob es anderswo normal ist, aber ich würde auch mal gerne sagen können, dass ich keine Überstunden machen will, bzw. gefragt werden, ob ich noch länger bleiben könne.

Dann kommt noch der extreme Personalmangel bei uns. Wir sind ein großes Hotel, haben oft Veranstaltungen mir über 500 Gästen und insgesamt über 120 Zimmer. Das bedeutet, dass es bei uns oft ziemlich voll ist.
Wir haben mittlerweile nur noch einen Festangestellten (der auch aufhört), die Restaurantleitung, deren Stellvertretung, ein paar wenige Aushilfen und drei Auszubildende (davon zwei im ersten Lehrjahr). Die Restaurantleitung kümmert sich hauptsächlich nur um die administrative Aufgaben. Sie fällt also oft weg. Daher bleibt vieles dann an den Auszubildenden und Aushilfen. Es wird grundsätzlich von einem erwartet, dass man weiß, wie alles abläuft. Auf Fragen gibt es oft nur die Antwort "Sie haben sich den Beruf ausgewählt, Sie hätten sich halt vorher informieren müssen!". Bei Fragen oder unsicherem Verhalten wird man gleich angefahren, warum man nicht schneller macht, die Festangestellten oder die Leitung würden es ja auch in der Hälfte der Zeit schaffen. Dies ist nur ein kleiner Einblick, kurz gesagt, es wird erwartet, mann könne mehr als die Hälfte und das auch schon fast perfekt.

Offiziell haben wir einen Neunstundentag inklusiv einer Stunde Pause, welche wir oft nicht einmal zur Hälfte bekommen. Heißt; wir arbeiten oft neun bis zehn Stunden durch. Wir bekommen nur eine Zeit, wann wir anfangen müssen, wann wir Schluss haben, kann niemand sagen. Frühdienst geht z.B. meist ungefähr von 6 Uhr morgens bis, wenn's gut läuft, 16 Uhr, oft aber eher bis 17 Uhr und am nächsten Tag das gleiche Spiel, auch wenn wir so gut wie keine Gäste haben, es gibt halt immer etwas, was man noch erledigen muss.
Ich erinnere mich an die zweite Woche, wo meine Arbeitszeiten von 6 Uhr morgens bis 21 Uhr Abend ging und die nächsten drei Tage das Gleiche. Auch hier hatte ich allerhöchstens nur eine viertel bis halbe Stunde Pause

Das Betriebsklima ist mehr als nur kühl, es gibt wegen jeder Kleinigkeit Kritik und es wird einem immer wieder vorgeworfen nichts zu können. Ich weiß, das ist kein Kündigungsgrund, jedoch ist immer der Gedanke da "Morgen muss ich mir wieder alles antun, ich habe keine Lust mehr ..."

Das ist nun alles, was mir spontan einfällt, ich könnte noch ausschweifen, wie Pläne von den Leitungen erstellt werden, andere Mitarbeiter, die etwas dagegen sagen, runter gemacht werden. Mit dem Chef zu reden bringt auch nichts, der weiß, wie alles abläuft und heißt es gut.
Bei anderen in meiner Berufsschulklasse ist es nicht so, da wird eigentlich auf vieles geachtet, nur halt bei uns nicht.
Einen Aufhebungsvertrag würde er jedoch auch nicht unterzeichnen, also bleibt mir nur die fristlose Kündigung um die Ausbildung woanders fortzusetzen. Sind die oben genannten Gründe ausreichend, bzw. wie soll ich sie nennen?
Eine andere Stelle habe ich auch schon in Aussicht, welche mich übernehmen würde.

Ich bedanke mich hier schon einmal vorab bei allen die versuchen mir mit ihrem Rat beiseite zustehen~ :3



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Re: Wieder einmal das Thema Betriebswechsel

Beitragvon danko03 » Do Feb 13, 2014 0:13

Wenn du einen anderen Ausbildungsplatz in Aussicht hast, gibt es 2 Möglichkeiten:

1. du kündigst eigenständig, entsprechend den regulären Kündigungsfristen

2. du gehst zur IHK, zum Auszubildendenvertreter, und der kümmert sich um deinen Wechsel.

So oder so, wenn das Thema erst mal offensichtlich geworden ist ( geplanter Wechsel), dann musst du schauen, wielange du die die Situation in deinem jetzigen Betrieb noch erträgst. Im Zweifelsfall gehst du zum Arzt, schilderst genauso ausführlich , wie hier im Forum, und lässt dich krankschreiben, wegen Überarbeitung/Mobbing.

Für die Zukunft alles Gute.

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Re: Wieder einmal das Thema Betriebswechsel

Beitragvon Xilian » Do Feb 13, 2014 0:52

Kann ich denn einfach so eine "normale" Kündigung wirken? In der Schule meinten die Lehrer zum Beispiel, entweder kann man fristlos Kündigen, wenn einem der Beruf an sich nicht mehr gefällt und einen Anderen ausüben will oder aber man Kündigt fristlos mit Angabe eines wichtigen Grundes, damit man woanders die Ausbildung fortsetzen kann.
Ich hatte nun eigentlich vor, die zweite Variante zu nehmen, jedoch bin ich mir ja nicht sicher, ob die Gründe ausreichen oder ob unser Hotelleiter eine Chance hat dagegen anzugehen und mich auf Schadensersatz zu verklagen (was ich ihm auch zutraue).
Ich spreche morgen erst einmal mit dem Zuständigen bei der IHK, wollte jedoch erst einmal hier nach den Meinungen fragen, damit ich während des Gespräches nicht ganz unvorbereitet bin.

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Re: Wieder einmal das Thema Betriebswechsel

Beitragvon danko03 » Do Feb 13, 2014 1:02

fristlos (ausserordentlich) kündigen ist nicht so einfach. Der AG hat das Recht, Schadenserstatz zu fordern. Wenn ich mich recht entsinne, 1/2 Monatsgehalt. Was er allerdings kaum durchsetzen wird, beim Arbeitsgericht, wegen zu hoher Prozesskosten in Relevanz zu dem Streitwert (Azubi-Gehalt)

Geh zur IHK, die helfen dir. Die machen einen sauberen Schnitt, und vermitteln zwischen deinem alten, und deinem neuen AG. Es gibt den Spruch.. "Reisende soll man nicht aufhalten" aufs Personal bezogen. Wenn dein Chef auch so denkt, legt er dir keine Steine in den Weg, und wenn doch, kündige ordentlich mit entsprechender Frist, und geh zum Doc.
Viel Glück bei der IHK


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Re: Wieder einmal das Thema Betriebswechsel

Beitragvon Südstern » Do Feb 13, 2014 18:12

Moment, so einfach ist das mit dem Kündigen nicht: du bist nicht in einem normalen Arbeitsverhältnis, sondern in einem Ausbildungsverhältnis. Das heißt du kannst nicht so einfach gekündigt werden - du kannst aber auch nicht so einfach kündigen.
Wenn du die Ausbildung in einem anderen Hotel fortsetzten möchtest (d.h. im gleichen Ausbildungsberuf), musst du nach Ablauf der Probezeit einen Aufhebungsvertrag mit deinem jetztigen Chef schließen, denn er muss sozusagen zustimmen, dass du die Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzt.
Sollte es keinen Aufhebungsvertrag geben, darfst du diese Ausbildung in keinem anderen Betrieb dieser IHK-Region fortsetzen.

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Re: Wieder einmal das Thema Betriebswechsel

Beitragvon danko03 » Fr Feb 14, 2014 0:34

Jo stimmt. Ausserordentlich kündigen geht immer. Ordentlich kündigen nur bei Berufswechsel. Ansonsten Aufhebungsvertrag, bei Wechsel der Ausbildungstelle. War auf die Schnelle nicht richtig vermittelt gestern Nacht. :guinness:



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