Zu "gute" Arbeitszeiten?

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BlackBeauty333
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Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon BlackBeauty333 » Di Aug 13, 2013 14:09

Hallo an alle,

ich habe vor kurzem die Hotelfachausbildung begonnen, ich bin zuerst in der Abteilung "Service".
In meinem Ausbildungsvertrag sind als tägliche Arbeitszeit 8,40 Stunden eingetragen und wöchentlich 42. (Das erste, was mir auffällt: 8,30 Stunden wären ja eigentlich 42 Std wöchentlich)

Ich habe Teildienst und muss früh und abends arbeiten. Jetzt ist es aber so, dass mich meine Chefin manchmal "zu früh" heimschickt, z. B. am Morgen schon nach 3 Stunden; und wenn abends manchmal nicht mehr so viel Betrieb ist, werde ich auch schon um 22 Uhr nach Hause geschickt, d. h. ich komme insgesamt ca. auf 8 Stunden höchstens, wenn nicht so gar drunter.
Und ein anderer Azubi hat mir gesagt, im Housekeeping kann man schon um 15 Uhr gehen.

Jetzt meine Frage... man arbeitet ja dann quasi zu wenig. Aber wenn die Chefin einen im Service heimschickt?? Und wie wird das dann im Housekeeping?
Im Vertrag ist ja alles festgelegt.
Bekommt man dann etwas vom Urlaub abgezogen, oder vom Gehalt? Aber das ist ja auch alles festgelegt...
Frei habe ich zwei Tage und nochmal einen halben Tag, muss aber am Wochenende arbeiten.
Aber trotzdem kommt mir das ganze so wenig vor... kann mir vielleicht jemand helfen???

Danke.



finchen
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Re: Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon finchen » Di Aug 13, 2013 19:14

na ich kenn das so, wenn du weniger als die stunden arbeitest die im vertrag festgelegt sind, machst du minus std., und dann gibts sicher auch tage wo du mehr arbeiten musst wie an feiertagen und so, und da gleicht sich das doch wieder aus oder?
nur frage ich mich grad, wieso sind 42 std. in deinem vertrag festgelegt? ich kenn das nur so das man wöchentlich 40std arbeitet :?:

BlackBeauty333
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Re: Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon BlackBeauty333 » Di Aug 13, 2013 23:41

Ich weiss nicht... ich meine auf den Zimmern ist man ja auch ein paar Monate, und wenn man da schon so früh Schluss hat... wie soll man das alles in Überstunden wieder aufholen? Und Überstunden hatte ich bis jetzt vllt. nur ein mal.
42 Std. sind doch nichts ungewöhnliches mehr oder :?: Also wenn man zu jung ist, dann nicht, aber sonst schon oder?

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Re: Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon Südstern » Mi Aug 14, 2013 10:01

Hallo BlackBeauty333,
mach dir mal keine Sorgen, du wirst noch genug arbeiten und wenn du zu viel Minus hast, wirst du eine 6-Tage Woche (also nur einen Tag frei) haben bis das wieder einigermaßen ausgeglichen ist. Es ist übrigens ganz normal, dass es Monate im Hotel gibt, wo wenig los ist und dann gibt es Monate da macht man Überstunden ohne Ende. Also ich habe in einem Monat mal 5 Tage aufgebaut (nur durch Überstunden).
Also ich kenne das auch mit 40Stunden, gerade im Ausbildungsvertrag, aber kann mich da jetzt auch irren. Was ich dir aber sicher sagen kann: sie dürfen dir wegen Minusstunden nichts vom Gehalt abziehen und auch nichts vom Urlaub! Frag doch einfach mal nach, wie das mit Minus- und Plusstunden geregelt ist und wo das aufgeschrieben wird, eifnach damit du ab und zu mal nachschauen kannst, ob das stimmt, was aufgeschrieben wird.


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Re: Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon lion » Mi Aug 14, 2013 19:01

Hi,

kann den anderen da nur zustimmen, das ist komplett normal. In manchen Monaten müsste der Tag 30h haben, und man wird trotzdem nicht fertig. In anderen wiederum putzt du zum zehnten Mal über dieselbe Stelle, weil einfach NIX zu tun ist.
Housekeeping ist da nicht anders. Manchmal ist wenig zu tun, n paar Tage später reisen wieder drei Busse ab und die Zimmer müssen fertig gemacht haben.

Andere Erklärung wäre auch, dass deine Chefin dich zu Anfang nicht überfordern möchte. Die Umstellung von Schule auf Schichtdienst ist ja schon ziemlich heftig. Mein Chef gibt neuen Lehrlingen auch erstmal keine kurzen Wechsel und am Wochenenden mindestens einen Tag frei.

Wird bei euch ein Stundenkonto geführt? Bei uns hängt der Zettel neben dem Dienstplan.

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Re: Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon Mone88 » Do Aug 15, 2013 17:04

Is nicht so ganz richtig, da es sich hierbei ja um eine Ausbildung handelt.
In der Regel ist diese Berechnung von Minusstunden nicht rechtens. Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für der Azubi nichts kann, ausfällt, obwohl er bereitstehen würde (§19 Berufsbildungsgesetz).
Klassisches Beispiel: Der Ausbilder schickt einen heim wenn nichts mehr zu tun ist. Oder man bekommst einen Anruf, dass man gar nicht erst kommen braucht. In diesen Fällen ist man bezahlt freigestellt und sammelt keine Minusstunden an. Denn ein Azubi hat Recht darauf, die festgelegte tägliche Arbeitszeit auch zu arbeiten und zu lernen, und wenn es nichts zu tun gibt, kann sich dein Ausbilder ja Lernaufgaben für dich ausdenken: Dazu ist man schließlich Azubi.
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Re: Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon finchen » Fr Aug 16, 2013 13:52

@ Mone, also das ist mir echt neu.
Wenn es wirklich so ist dann halten sich alle Betriebe da nicht dran, bzw kennen den Gesetzestext nicht.

danke für die info!

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Re: Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon Mone88 » Fr Aug 16, 2013 14:25

Hier der besagt Paragraph

§ 19 Fortzahlung der Vergütung

(1) Auszubildenden ist die Vergütung auch zu zahlen
1.für die Zeit der Freistellung (§ 15),
2.bis zur Dauer von sechs Wochen, wenn sie
a) sich für die Berufsausbildung bereithalten, diese aber ausfällt oder
b) aus einem sonstigen, in ihrer Person liegenden Grund unverschuldet verhindert sind, ihre Pflichten aus dem Berufsausbildungsverhältnis zu erfüllen.
(2) Können Auszubildende während der Zeit, für welche die Vergütung fortzuzahlen ist, aus berechtigtem Grund Sachleistungen nicht abnehmen, so sind diese nach den Sachbezugswerten (§ 17 Abs. 2) abzugelten.
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Re: Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon lion » Fr Aug 16, 2013 15:01

@Mone
Bei uns wird zwar über die Stunden sehr akurat Liste geführt, aber am Geld ändert das gar nichts. Bei Plusstunden kriegen wir mal einen Tag mehr frei oder dürfen eher gehen, bei Minusstunden gibts einen Tag weniger.
Finde ich auch in Ordnung so, im Dezember ist Arbeit ohne Ende, im Januar überhaupt nichts zu tun. Da kann ich genauso gut länger frei machen, ohne dass ich als Facharbeiter was einbüßen würde. Bei Lehrlingen isses ja vom Prinzip her eh egal, da wir keinen Stundenlohn haben.

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Re: Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon Mone88 » Fr Aug 16, 2013 15:35

Ich persönlich kenne es auch so, das hier ist nur die rechtliche Grundlage.
Zu meiner Azubizeit wurden die Stunden nicht mal aufgeschrieben sondern pi mal daumen gemacht.
Aber ich kann mich spontan auch nicht erinnern in den 3 Jahren früher heimgeschickt geworden zu sein.
Dafür hatten wir von Ende November bis Mitte Februar Betriebsurlaub und mussten nur auf der Baustelle arbeiten und putzen. Da hat sich von uns Azubis keiner nen großen Stress gemacht.

Ich finds gut wenns einvernehmlich so läuft, gebe aber zu bedenken dass ich man auch in den Monaten wo viel los ist mal frei haben möchte.

Vor allem zur Anfangszeit kann ich Ausbilder dann nicht ganz nachvollziehen, denn es gibt so unendliche viele Serviceunterweisungen die man machen kann, gerade zu Beginn, wo zur stressigen Zeit eh niemand mehr dafür Zeit hat.
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Re: Zu "gute" Arbeitszeiten?

Beitragvon passionate_hofa » Mo Aug 19, 2013 19:28

Also bei uns wird das so gehandhabt, dass man seine Stunden nach jeder Schicht aufschreibt.
Gerade jetzt im August und auch im September zum Beispiel haben meine Mit-Azubine und ich jede Menge Nachtschichten und ich hatte auch vier Tage. an denen ich zusätzlich gearbeitet habe, weil jemand gefehlt hat.
Im Oktober bekommen wir dann dafür mehr frei und müssen keine oder nur ganz wenige Nachtschichten machen.
Am Gehalt hat sich für mich bisher alles immer positiv in Form einer Prämie verändert, wenn ich mal mehr arbeiten musste :D



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