Bochieren?

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Beitragvon Loreley » Do Okt 04, 2007 9:12

Da hab ich ja ein richtiges Feuer der Leidenschaft entfacht-naja gleicht eigentlich eher einem waldbrand, oder der Hölle an richtig heissen tagen *gacker* *gg*


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Beitragvon Lothywien » Do Okt 04, 2007 19:07

Jetzt wird es nochmal ein wenig kompliziert.....

Angenommen ich möchte mir auf dem Mount Everest ein Ei kochen wäre dies ja gar nicht möglich, da das Ei ja erst bei 72C° seinen Aggregatzustand ändert.... erst da stockt das Ei?!?

bzw. kann ich überhaupt pochieren wenn die Temperatur nicht heiß genug ist zum garen?
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Beitragvon Alex » Do Okt 04, 2007 23:54

Wenn die Temperatur heiß genug für's Wasser ist, wird sie es wohl auch für's Ei sein ;).

Aber es hilft wohl alles nichts - wir müssen mal zum Mount Everest ... :lol:
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Beitragvon tobli » Fr Okt 05, 2007 3:36

Oje, was für eine Lawine da wieder losgetreten wurde ... :D

Ist es also so das durch den niedrigen Luftdruck das Wasser schneller verdampfen kann und schon bei 70° seinen Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig wechselt (kochen)??? Wenn ja kann man auf dem Mount Everest doch gar nicht pochieren oder? Dem Fleisch / Fisch oder was auch immer ist es doch egal wie der Luftdruck ist, interessant zum garen ist doch nur die Temperatur, wie Lothy schon gesagt hat das Eiweiß braucht halt ne gewisse Temperatur. Wenn ich also nicht falsch liege, dann ist die Aussage:
Die nötige Wassertemperatur ist aber abhängig vom Umgebungsdruck
eindeutig widerlegt und ich bin wieder der unangefochtene Master of Klugscheiß ... :D :D :D

Nee aber mal im Ernst ist das so, wie ich es gerade beschrieben habe???

Gruß Tobi
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Beitragvon Alex » Fr Okt 05, 2007 12:02

Lass uns das einfach mal auseinander halten:

Das Ei hat also keine niedrigere Gerinnungstemperatur in größeren Höhen (also bei geringerem Druck). -> Punkt für Dich.

Aber das Wasser siedet auf dem Mount Everest bei ca. 70°C (aus den von Dir genannten Gründen). -> Punkt für Dich.
Ist also kurz vor'm Sprudeln und somit technisch pochiertauglich. -> Punkt für mich?

Eiweiß gerinnt dem folgenden Link nach bei 68°C (Eigelb eher).
Das Pochieren wäre also theoretisch möglich. -> Punkt für mich?

Im folgenden Link wird genau das Problem (Abweichung: gekochte Eier) streng wissenschaftlich abgehandelt :lol:
Uni Landau, Fachbereich Physik (Seite 4, im unteren Bereich, "6. Weicheier auf dem Everest")

Wie auch immer - wieder was dazugelernt. 8)
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Beitragvon tobli » Fr Okt 05, 2007 19:10

Ich denke so wie Du es zusammengefasst hast, kommt es hin. Wie wir auch schon gesagt haben
Für das Kochen von Eiern kommt es nicht auf das Sprudeln von Wasser, sondern auf das Gerinnen von Eiweiß und Eigelb an, und die Temperatur hierfür ändert sich mit der Höhe nicht. Vielmehr liegt die Siedetemperatur von Wasser auf dem Everest knapp über der Gerinnungstemperatur von Eiweiß und Eigelb, und d.h., es dauert ewig lange bis die Eier „durch“ sind.
somit ist das Eierkochen auf dem Mount Everest zumindest technisch möglich.

Schön das wir wieder ZUSAMMEN eine einfache Frage in alle erdenkliche Richtungen beantwortet haben ... :-)
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Beitragvon Lothywien » Fr Okt 05, 2007 19:29

naja, dennoch haben wir noch ein kleines letztes Problem....

Technisch ist es wohl möglich Eier zu,....

kochen (dafür ist die Temperatur nicht gegeben)
pochieren (eigentlich auch nicht)

also garen.... :-P

des weiteren sollte man das Ei aber vielleicht doch nicht unbedingt essen, da man wegen gefahr auf Salmonellen das Ei ÜBER 70 C° erhitzen sollte :-P

Also, es ist möglich Wasser zum "sprudeln" zu bringen. Kochen wäre aber zwischen 98 C° und 100 C°.

Gruß
Lothy
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Beitragvon tobli » Sa Okt 06, 2007 6:25

Kochen heißt doch nur das der Agregatzustand des Wassers wechselt, da oben kocht es halt bei 70°C, die Temperatur reicht nur nicht um das Ei schnell zu garen. Wie beschrieben dauert es sehr lange und Keimfrei ist es halt auch nicht.
Pochieren fällt aber aus ...

Gruß Tobi
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Beitragvon Lothywien » Sa Okt 06, 2007 17:05

naja sagen wir mal so, das Wort "kochen" hat somit wohl zwei Bedeutungen. Einmal die des normalen Sprachgebrauches, um ein Hobby oder eine Arbeit auszudrücken, sozusagen als "Verb" und einmal als "Adjektiv" (???) um den zustand des Wassers zu beschreiben (im Fachjargon ist kochen halt mit der entsprechenden Temperatur definiert)... so kompliziert kann ein so einfaches Wort sein, wa? Das macht aus der Deutschen Sprache wohl die schwere Sprache :-P
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Beitragvon BenTheMan » Mi Okt 10, 2007 5:16

Ist es nicht schön einen job zu haben, bei dem man auch über solche "Kleinigkeiten" so spannend und engagiert diskutieren kann?
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Beitragvon Luna160974 » So Okt 14, 2007 1:50

*gäähn* glaube es gibt spannenderes an diesem Job :wink:
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Beitragvon tobli » So Okt 14, 2007 2:13

Wäre es sehr diskriminierend, wenn ich sagen würde, dass mal wieder Männer dieses technische Problem aufgegriffen haben beim dem die Damen müde gähnen? :twisted:

Nee aber mal im Ernst ich find solche Sachen immer gut. Außerdem kann ich mir anhand einer solchen kleinen Geschichte die Fakten (die mir vorher nicht so präsent waren):
:arrow: Wasser kocht auf dem Mount Everest bei 70°
:arrow: Ei stockt bei 68°
viel besser merken. Ähnlich wie beim Chinoissieb ...

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Beitragvon Luna160974 » So Okt 21, 2007 20:17

@ tobli:
glaube nicht das sich die Damenwelt diskriminiert fühlt... so charmant wie du dich ausgedrückt hast :wink:
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