Das Hotel

Das Hotel – Satirische Anmerkungen am Ende eines Jahres

Weihnachtsfeier der Bertelsmann Broadband Group am 13. Dezember 2000 in Köln

Das Leben ist ungerecht. Ihr Freund Kabulske sitzt jetzt zu Hause bei Frikadellen und Pils, Sie aber sitzen in einer fremden Stadt in einem Taxi – mit nichts als Fragen. Warum müssen Sitzungen immer so lang sein und tat das überhaupt Not, hierher zu kommen, und was ist jetzt alles im Büro liegengeblieben und waren wir nicht schon mal an dieser Kreuzung und wieso ist der Termin morgen eigentlich wichtig und wie lange braucht man danach wohl zum Flughafen und warum ist der Weg jetzt viel länger als letztes Mal? Aber all dies bleibt unbeantwortet, denn der Taxifahrer bremst, er lächelt, er sagt “one thousand” und er sagt “Hotel”.

In der Tat: Da erscheint ES in voller Größe und Pracht, das mit Landesfahnen geschmückte, fünf Sterne besitzende, auf der Bertelsmann-Liste verzeichnete und daher mit großzügiger Rabattierung winkende Hotel, das anbietet, nunmehr dem Dienstreisenden als Hort der Ruhe und Entspannung und Konstante im Trubel der Großstadt alle Annehmlichkeiten zu gewähren, derer er zurecht bedarf: Gemütliche Zimmer, Drinks an der Bar, entspannende Klaviermusik.

Doch weit gefehlt. Jetzt beginnt die Katastrophe.

Genauer gesagt beginnt sie bereits an der automatischen Drehtür des Luxushotels, die meist gerade bei Ihrem beabsichtigten Eintreten 9.000 Umdrehungen erreicht hat, weil von der Hotelhalle aus eine japanische Reisegruppe nach draußen zum Fotografieren strebt, worauf Sie mit rekordverdächtigen Dreisprüngen reagieren, weil Sie den Rest des Abends nicht rotierend zwischen ausgestellten MCM-Handtaschen verbringen wollen. Oder es geschieht, dass sich ihr Koffer in der Drehtür verkeilt, denn das Mitbringen von Koffern hatte der Architekt nicht vorgesehen, was dazu führt, dass die 16 tangential Einlass begehrenden Individuen zunächst in ballettartige Trippelschritte verfallen, um sodann mit ihren Köpfen gegen die Glaswände zu knallen.

Leicht benommen begeben Sie sich zur Rezeption, um eine Menschenmenge zu erblicken wie im Düsseldorfer Flughafen, Abflughalle D. Der stauverursachende Anlass heißt Einchecken. Der Lebensabschnitt “Einchecken” steht unter dem besonderen Schutz der hoteleigenen Ordnung. Seine Dauer ist umgekehrt proportional zu Ihrer Aufenthaltszeit. Bleiben Sie 14 Tage, geht alles ganz schnell. Reisen Sie morgen wieder ab, sind Sie des Vagabundismus verdächtig.

Rezeptionisten haben eine besondere Taktik. Sie begrüßen Sie freudig mit dem vorgeschriebenen Satz “Herzlich willkommen in unserem Hotel” bei gleichzeitigem Anreichen eines 38 Positionen umfassenden Formulars, in dem Sie, unabhängig von der Vollständigkeit Ihrer schriftlichen Reservierung, noch einmal alles eintragen müssen, was mit Ihrer Person zusammenhängt. Besonders beliebt ist dabei – wie in Österreich – die Abfrage der Passnummer in einem Schengen-Land.

Später beim Auschecken werden Sie merken, dass man sich herzlich wenig für Ihre Daten interessierte und sie auch nur halbherzig in den Computer eingab (meine Hotelrechnungen sind unter anderem an Millernplatz, Müllertor, Millerntorplatzstrasse, Millerstraße oder auch schlicht M-Platz adressiert), sondern es sich mehr um Beschäftigungstherapie handelt, um jene acht Minuten zu überbrücken, in denen der Rezeptionist auf den mit Blöckchengrafik veredelten phosphorisierenden DOS-Bildschirm blickt und rhythmisch die Enter-Taste drückt.

Dann kommt der eigentliche Höhepunkt: Sie reichen ein Plastikkärtchen, auf dem Ihr guter Name steht, und bekommen ein Plastikkärtchen, auf dem gar nichts steht. Das war dann der ganze ökonomische Prozess. Im Grunde ist der Besuch eines Hotels nur ein Plastikkarten-Warenaustausch. Übernachten müssen Sie gar nicht mehr, Sie können auch gleich wieder gehen, es ist alles erledigt.

Achten Sie übrigens darauf, wie man Ihnen die Zimmerkarte übergibt. Sagt man nichts, erwartet Sie wahrscheinlich ein ganz ordentlicher Raum. Vorsicht ist hingegen angebracht, wenn der Rezeptionist betont, er habe ein besonders schönes und ruhiges Zimmer für Sie. Dann ist es meistens klein, eine Viertelstunde Fußweg vom Aufzug entfernt und gewährt einen detaillierten Blick auf die dampfende Hotelküche.

Doch verlassen wir die Halle und begeben uns auf unser Zimmer. Sollte es gelungen sein, die Tür zu öffnen, beginnt die Suche nach dem Lichtschalter. Haben Sie den ertastet und gibt es keine Reaktion, dann haben Sie es mit einem modernen Hotel zu tun, bei dem Sie Ihre Zimmer-Plastikkarte in einem 10-Grad-Winkel in den Schlitz eines im Dunkeln nahezu unsichtbaren Kontaktgebers stecken müssen.

Die Tücke solcher Kontaktapparate ist, dass sie beim Verlassen des Zimmers und Herausziehens der Schlüsselkarte meistens nicht nur das Licht, sondern auch die komplette Stromversorgung abschalten, was dazu führt, dass das ans Netz gehängte Handy weiter entlädt statt auflädt sowie der Laptop in den Batteriebetrieb wechselt und in zeitlicher Koinzidenz mit dem zweiten Bier an der Bar dem Zimmernachbarn unter lautem Hupen kund gibt, sich jetzt abzuschalten. Ich beuge dem immer vor und stecke nie den Zimmerschlüssel in den Kontaktgeber, sondern die Plastikkarte von Jacques Weindepot.

Als nächstes sollten Sie den Kampf mit der Klimaanlage aufnehmen. Sie ist meist auf kühlhausgerechte 20 Grad unter Null eingestellt, ihr Gebläse entfaltet die Geräusche eines Langstreckenjets und der ins Zimmer ausgestoßene Luftstrom erinnert Sie an das Jahr 1968, nämlich an den Orkan auf Helgoland.

Am besten leiten Sie sofort Gegenmaßnahmen ein und öffnen die Tür der Minibar. Aus dieser schlägt Ihnen nämlich meistens wohlige Wärme entgegen. Das liegt an der Fürsorge der Hotelleitung: Wer im Zimmer friert, soll wenigstens warme Cola kriegen.

Sie können natürlich auch den Versuch unternehmen, das Fenster zu öffnen. Dazu empfiehlt es sich, das folgende Prüfprogramm zu absolvieren: Erstens. Hat das Zimmer überhaupt ein Fenster? Zweitens: Wenn ja, lässt es sich öffnen? Sollte das Fenster zu öffnen sein, schauen Sie unbedingt noch mal auf Ihre Reservierung. Ist das wirklich ein Fünf-Sterne-Hotel?

Doch, ist eins, stellen Sie fest, denn die maximale Öffnung ist fünf Millimeter. Also noch in der Norm. Fünf Millimeter reichen übrigens völlig aus, falls Sie als Raucher ein Nichtraucherzimmer erwischt haben. Ich habe schon in zig Hotelzimmerfenster geschaut, vor denen S-förmig gebeugte Bandscheibenvorfällen trotzende Menschen ihre Nasen an Fenstern plattdrückten, den Kopf drinnen, die Zigarette draußen.

Sollte das Fenster weiter aufgehen, achten Sie auf den Vorhang. Fensterlieferant und Dekorationsunternehmen sind zwei verschiedene Firmen. Gehen Sie davon aus, dass jeder von ihnen keine Lust hatte, auf den anderen Rücksicht zu nehmen. …

Jetzt wollen Sie vielleicht etwas aus der Minibar haben. Ach ja, die Minibar. Sie ist inzwischen ein Wunderwerk der Technik. Besonders nett ist eine Minibar mit Bodenkontakten. Neulich entdeckte ich in London im Kühlschrank eine blaue Rolle, die aussah, als enthielte sie runde Schokoladenplätzchen. Nach Anheben stellte sich heraus, dass es unverzehrbare Kondome waren. Doch nun war es zu spät, der Kontakt hatte bereits im Hotelcomputer die Buchung “sanitary kit, six pound fifty” ausgelöst. Also blieb nichts anderes als zum Beweis der Unberührtheit (der Packung, meine ich) die Rolle beim Auschecken der jungen Dame an der Rezeption vorzulegen, die aber – sie war leider Britin – das Überreichen von Kondomen irgendwie nicht komisch fand.

Nach Auffinden des gewünschten Getränks beginnt die Suche nach dem Flaschenöffner. Für die Deponierung dieses Utensils gibt es in einem Hotelzimmer 122 Möglichkeiten. An dem durch Kronkorken demolierten Türgriff der Minibar können Sie erkennen, dass Tausende vor Ihnen den Öffner auch schon nicht gefunden haben.

Gehen wir ein wenig im Hotelzimmer herum. Ihrer besonderen Aufmerksamkeit empfehle ich die Hinweise zur Brandbekämpfung an der Zimmertür und ihre deutsche Übersetzung. Neulich in Paris empfahl man, bei einem Feuer sollte man erst mal ganz ruhig bleiben. Gardez votre sang-froid! Übersetzt stand dort: “Aufbewahren Sie kaltes Blut.” Oft findet man auch Hinweise, dass man sich im Brandfall am Fenster bemerkbar machen solle. Das ist besonders hilfreich im 26. Stock eines Hotels mit nicht zu öffnenden Fenstern. Ob die Tauben optische Notsignale verstehen? Ganz erst gemeint ist der Hinweis in spanischen Hotels, dass man bei Feuer die Badewanne voll Wasser laufen lassen soll. Allerdings reichte der Platz nicht, um zu erläutern, warum. Ich weiß es bis heute nicht. Vielleicht hatte Barschel das gleiche Problem.

Gehören Sie zu den Privilegierten, einen Teller mit Obst auf dem Zimmer vorzufinden, dann sollten Sie sich die Mühe machen, die beigefügte Karte zu lesen. Neulich, im Adlon, stand folgendes drauf: “Sehr geehrter Herr Lauff! Wir freuen uns, Dich in unserem Hotel begrüßen zu dürfen und wünschen Dir einen angenehmen Aufenthalt.” Da hatte jemand den Kongress von Sun Microsystems mit der Love Parade verwechselt.

Sollten Sie sich entschließen, jetzt schlafen zu gehen, dann vergessen Sie nicht, das Schild “Do not disturb” vor die Tür zu hängen. Das bewirkt allerdings schon deswegen nichts, weil das Reinigungspersonal, da orientalischer Herkunft, den Text dieses Schildes überhaupt nicht lesen kann.

Außerdem schützt das Schild nicht vor den drei entscheidenden Störungen, die meist zwischen 06:15 Uhr und 07:30 Uhr eintreten. Die erste ist das Staubsaugen auf dem Hotelgang; die zweite, dass wohlgelaunte Putzfrauen das Nachbarzimmer reinigen und dabei in Stadionlautstärke den Fernseher betreiben, um vom Badezimmer aus ihren Lieblingssender zu schauen, der zu Hause mangels Kabelanschlusses nicht verfügbar ist. Die dritte schließlich ist der Mitteilungsdrang des Reinigungspersonals, der meist dadurch ausgeübt wird, dass die Putzfrau in Zimmer 311 mit der in Zimmer 304 kommuniziert und ich in Zimmer 307 wohne.

Neulich, im Kempinski, stand ein weißbekittelter Mensch um viertel nach sieben mitten auf dem Gang und unterhielt gleich drei Damen des Reinigungspersonals, die in diversen Zimmern arbeiteten, mit Geschichten aus seinem Emigrantenleben. Ich öffnete die Tür und fragte nach dem Namen des Mannes, um mich zu beschweren. Der aber hatte am Abend offenbar einen Spionagefilm gesehen und antwortete knapp “keine Namen”. Das führte zumindest dazu, dass der Hoteldirektor jetzt meinen Namen kennt.

Völlig unbeeindruckt von “Do not disturb”-Schildern ist übrigens derjenige, der die Minibar auffüllt. Denn die Minibar aufzufüllen ist eine hoheitliche, mit Polizeibefugnissen verbundene, jeden Drang nach Privatheit bei weitem übertreffende Aufgabe.

Auch ein Faxgerät auf dem Hotelzimmer, meist Ausdruck besonderen Luxus, kann durchaus nächtens ein Eigenleben entfalten. Neulich hatte wohl jemand vergessen, seinem Büro seine Abeise mitzuteilen. Jedenfalls erhielt ich um drei Uhr morgens unter lautem Getöse des Seitenabschneidemechanismus einen nicht zu stoppenden dreißig Seiten umfassenden Ausschnittdienst der japanischen Morgenpresse.

Soeben durch Fax oder Reinigungspersonal – oder den vom Vorgänger programmierten Radiowecker – vorzeitig aufgeweckt, begeben Sie sich in die Dusche, um festzustellen, dass ein Zimmer im 18. Stock zwar eine schöne Aussicht, aber keinen hinreichenden Wasserdruck mehr bietet. Besonders angenehm sind Duschköpfe, die nicht in ihrer Position bleiben, sondern vom Wasserschlauch stets dorthin gedreht werden, wo man keinen Tropfen des kostbaren Strahls erheischen kann. Nett sind auch Duschvorhänge aus Plastik, die die Eigenschaft haben, vom Körper magnetisch angezogen zu werden und zu einer Art Mumifizierung des Duschenden führen.

Sollten Sie die Absicht haben, Ihre Haare zu föhnen, so finden Sie entweder rechteckige Föns mit Schlauch vor, die so gut wie keine Luft von sich geben (Faustregel: Je eckiger sie sind, desto weniger pusten sie) oder Sie finden einen zwar wohlgeformten leistungsstarken Fön in einer Schreibtisch-Schublade, aber die Steckdose im Bad ist nur für Rasierer geeignet und ansonsten ist immer dort, wo ein Spiegel ist, kein Stromanschluss. Dekorateure und Elektriker hassen sich nämlich ebenfalls.

Schließlich zur Rezeption zum Auschecken. “Hat es Ihnen bei uns gefallen, war alles in Ordnung?” fragt die Rezeptionistin routinegemäß und Ihr Blick verrät, dass sie längst bemerkt hat, dass auf der Rechnung nicht nur das Zimmer und die Garage, ein Telefongespräch und etwas aus der Minibar, sondern auch ein Videofilm steht. Der Film hieß “Heiße Nächte im Hotel”. Und sie spielt es aus: “Da wäre also der Zimmerpreis”, sagt sie leise, “und dann”, jetzt etwas lauter, “die Garage” und – ihre Stimme erhebt sich – “ein Telefongespräch” und – sie spricht jetzt immer deutlicher – “ein Weißwein” und – nun hören alle zu, die hinter mir, die links von mir, die rechts von mir, die anderen Hotelmitarbeiter, ja selbst der Türsteher kann es hören – “ein Video”. Plötzlich ist es still. Jemand hüstelt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, viel Spaß bei Ihren nächsten Dienstreisen. Und: Wenn Sie dabei in einem Hotel wohnen, aufbewahren Sie kaltes Blut!


Mit freundlicher Genehmigung von Werner Lauff / www.lauff.org


“Lieber Gast!”

Lieber Gast!

Steckt der Deckel auf dem Shampoo fest,
bleibt im Klo ein kleiner Rest,
ist das Wetter nicht nach dem Geschmack
oder klafft ein Riss im Nagellack?

Das Kissen zu dick, das Handtuch zu klein,
vielleicht könnt’s etwas wärmer sein.
Der Kaffee zu stark, die Milch zu kalt,
der Salat zu grün, der Lachs zu alt …

Die Heizung zu klamm, das Bad zu klein,
der Fernseher sollte besser sein,
überhaupt funktioniert hier gar nichts richtig,
aber das ist ja keinem wichtig.

Wenn’s mal wieder gar nicht geht,
der Wind aus der falschen Richtung weht,
das Licht zu hell ist und das Bett zu hart,
der Empfang weiß immer einen Rat.

Ob Schweißausbrüche, Käsefüße,
Blähungen, die Tränendrüse
oder drückt auch nur mal das Gewissen –
all das wollen wir natürlich wissen.

Ist die Frau daheim nicht willig
und das Pay-TV zu billig,
oder fehlt einfach die Geduld,
natürlich ist das unsere Schuld.

Der Job ist schlecht, das Spiegelbild beschissen,
die Kinder wollen’s auch nicht wissen –
das Leben macht wirklich keinen Spaß,
schrei ruhig UNS an – wir verstehen das!

Wir verschwenden Deine Zeit,
sind boshaft, faul, nicht hilfsbereit,
für alle diese Dinge leben wir –
gib’s ruhig zu: Eigentlich bist Du gerne hier!
 

Geschrieben und eingesandt von anonym*.


* der Autor ist hotelfach.de bekannt
 
Alle Rechte vorbehalten! – Unerlaubte Veröffentlichungen werden verfolgt!


Damentisch

Damentisch

Aus der Erlebniswelt eines Kellners:
Damentisch: 10 Damen
Herrentisch: 10 Herren

20:00 Uhr Damentisch

Kellner: “Guten Abend die Damen, was darf es sein?”

Frau 1: “Oh, ein Glas Sekt.”

Frau 2: “Nee, wir warten noch auf die Anderen.”

Frau 1: “Also doch ein Glas Sekt.”

Kellner: (geht)

20:03 Uhr Herrentisch

Kellner: “Servus.”

Mann 1: “Servus.”

Kellner: “Und?”

Mann 1: “Zehn Bier.”

Kellner: (bringt Bier)

Mann 1: “Was kriegste denn?”

Kellner: “18”

Mann 1: (gibt 20) “Stimmt so.”

Kellner: “Danke.”

20:10 Uhr Damentisch

Kellner: “Haben die Damen etwas gefunden?”

Frau 3: “Haben Sie Cola light?”

Kellner: “Nein.”

Frau 3: “Warum nicht?”

Kellner: “Keine Ahnung, ich bin nur der Kellner.”

Frau 3: “Dann nehme ich eine Apfelschorle, aber mit wenig Apfelsaft.”

Frau 1: “Oh, die nehme ich auch, aber bei mir können Sie mehr Saft reinmachen.”

Kellner: “Selbstverständlich.”

Frau 5 zu Frau 2-4 und 9: “Trinkt Ihr auch Sekt?”

Frau 9: “Ja.”

Frau 2: “Ja.”

Frau 4: “Nein, ich habe Migräne.”

Frau 1: “Dann nimm doch einen O-Saft.”

Frau 9: “Oh ja, ich will auch einen O-Saft.”

Frau 4: “Nee, ich nehme ein stilles Wasser.”

Kellner: “Haben wir leider nicht.”

Frau 4: “Warum nicht?”

Kellner: “Keine Ahnung, ich bin nur der Kellner.”

Frau 4: “Na gut, dann nehme ich doch einen Sekt mit O-Saft.”

Frau 5: “Dann nehmen wir ‘ne Flasche.”

Kellner: “Soll ich Ihnen dann eine kleine Flasche O-Saft dazu bringen?”

Frau 5: “Warum?”

Kellner: “Weil wir keine Flasche fertig gemischten Sekt mit O-Saft haben.”

Frau 5: “Na dann lassen Sie den O-Saft weg.”

Frau 9: “Dann nehme ich aber noch ein Wasser dazu.”

Frau 10: “Ich auch.”

Frau 7: “Ich auch, oder? Sie haben wirklich kein stilles Wasser?”

Kellner: “Nein, nur stillen Sekt. Wir nennen das in der Fachsprache Weißwein.”

Frau 1-10: “???”

Kellner: (denkt: War doch klar, dass die das nicht raffen) “Und die anderen Damen?”

Frau 3: “Einen Süßgespritzten.”

Frau 6: “Einen Sauergespritzten.”

Frau 8: “Eine Cola light.”

Kellner: “Wir haben leider keine Cola light.”

Frau 8: “Warum nicht?”

Kellner: “KEINE AHNUNG, ICH BIN NUR DER KELLNER.”

Frau 8: “Dann nehme ich ein Radler mit wenig Bier.”

Kellner: (geht und versucht sich den Scheiß zu merken);

20:18 Uhr Herrentisch

Mann 3: (brüllt durch den Saal) “Mach noch ‘ne Runde!”

Kellner: “Jo.” (geht, holt zehn Bier, stellt diese wortlos ab, während Mann 3 20,- auf’s Tablett legt.)

20:25 Uhr Damentisch

Kellner: (bringt die Getränke) “Sooo die Damen, wer hatte denn das Radler?”

Frau 1-10: “Schnatter, Schnatter, Schnatter …”

Kellner: “WER HATTE DENN DAS RADLER?”

Frau 1-10: ??? (Vollkommen überrascht, dass ein Herr mit einem Tablett vor dem Tisch steht und das Damenkollektiv ansieht.)

Kellner: “DAS RADLER.”

Frau 7: “Petra, hattest Du nicht das Radler?”

Frau 8: “Oh ja, mein Radler, hihihi!”

Kellner: (stellt das Radler und die anderen Getränke auf dem Tisch ab und denkt: Sollen sie das Zeug doch selber verteilen.)

Frau 3: “Und wo ist meine Cola light?”

Kellner: (atmet tief ein und wieder aus) “Wir haben keine UND ICH WEISS AUCH NICHT WARUM.”

Frau 3: “Dann nehm’ ich …”

Kellner: “Sie haben schon gewählt und es ist auch schon da.”

Frau 3: “Oh.”

Frau 8: “Was macht das denn?”

Kellner: “Zusammen oder getrennt?”

Frau 8: “Nur das Radler.”

Kellner: “1,80 bitte.” (Die Dame wühlt in der Handtasche nach dem Geldbeutel und drückt dem Kellner 2,- in die Hand. Der Kellner gibt ein 20-Cent-Stück zurück, worauf die Dame ein 10-Cent-Stück sucht, um dieses dem Kellner als Trinkgeld zu überreichen.)

Kellner: “So, der Rest?”

Frau 5: “Ich zahle die Hälfte vom Sekt, ein Mineralwasser und den Sauergespritzten.”

Frau 2: “Wieso die Hälfte? Wir sind doch drei, die wo Sekt trinken!”

Frau 5: “Oh ja stimmt, dann zwei Drittel der Flasche, ein Mineralwasser und Süßgespritzten”

Frau 2: “Dann zahle ich das letzte Drittel von dem Sekt.”

Kellner: (rechnet angestrengt und versucht die Ruhe zu bewahren) “Dann bekomme ich 13,66 von Ihnen und von Ihnen 4,33.”

Frau 2: “Warum haben Sie denn so unrunde Preise? Das ist doch unpraktisch.”

Kellner: “Das ist halt so bei einem Drittel von 13,-. Normalerweise teilen sich nicht drei Leute ein Getränk.”

Die restlichen Damen zahlen in ähnlicher Weise Ihre Getränke, lassen sich dabei das Rückgeld stets geben und entscheiden sich vereinzelt zu einem Trinkgeld von bis zu 20 Cent. Somit entsteht ein Gesamttrinkgeld von 45 Cent.

20:25 Uhr Herrentisch

Mann 4: “Mach ma’ 10 Bier und zehn Schnaps und was Du trinkst.”

Kellner: (nickt und holt die Getränke. Kurze Zeit später stellt er zehn Bier und elf Schnaps ab. Mit dem elften Schnaps stößt er mit der Runde an.)

Mann 4: “Was macht das?”

Kellner: “45,50”

Mann 4: (gibt einen 50,- Schein) “Gib mal drei raus.”

Kellner: (gibt 3,-) “Dank Dir.”

Der Abend geht in ähnlicher Weise bis in die frühen Morgenstunden weiter.

Am Herrentisch werden insgesamt zehn Runden Bier und fünf Runden Schnaps getrunken. Die Aufzählung der am Damentisch getrunkenen Getränke entfällt aus zwei Gründen:

1. Es würde den Rahmen dieses Textes sprengen.

2. Der (männliche) Autor dieses Artikels würde beim Schreiben Kopfschmerzen bekommen.


Kellner’s Creed

Kellner’s Creed

Ich bin ein Kellner.

Ich bin fleißig und Mitglied eines Teams.
Ich diene meinen Gästen und lebe die Standards meines Restaurants.

Ich setze das Wohl meines Gastes immer an erste Stelle.
Ich dulde keine Zechpreller.
Ich gebe niemals auf.
Ich lasse niemals einen Kollegen im Stich.

Ich bin diszipliniert, körperlich und seelisch fit und profitiere von meiner Ausbildung.
Ich halte meine Arbeitskleidung, meine Arbeitsmaterialien und mich selbst stets sauber.

Ich bin ein Experte und ich bin ein Profi.

Ich bin immer bereit, meine Gäste mit all meinen Fähigkeiten zufrieden zu stellen, auch an stressigen Tagen.

Ich bin das Aushängeschild und die Visitenkarte meines Restaurants.

Ich bin ein Kellner!

Geschrieben und eingesandt von Benjamin.


Und hier zum Vergleich das Original der US Army:

Soldier’s Creed

I am an American Soldier.

I am a Warrior and a member of a team.
I serve the people of the United States and live the Army Values.

I will always place the mission first.
I will never accept defeat.
I will never quit.
I will never leave a fallen comrade.

I am disciplined, physically and mentally tough, trained and proficient in my warrior tasks and drills.
I always maintain my arms, my equipment and myself.

I am an expert and I am a professional.

I stand ready to deploy, engage, and destroy the enemies of the United States of America in close combat.

I am a guardian of freedom and the American way of life.

I am an American Soldier.


Alle Rechte vorbehalten! – Unerlaubte Veröffentlichungen werden verfolgt!


“Ich hasse diesen Aufzug!”

Ich hasse diesen Aufzug!

Jeder von uns kennt es, das ewige Leid mit dem Personalaufzug. Es gibt wohl kaum, noch nicht mal im Nachtdienst, ein paar Stunden, in der der Aufzug nicht fährt. Zudem ist er auch noch die einzige Verbindung zwischen dem Empfang und dem Rest des Betriebes. Es bleibt also niemandem erspart dieses Ärgernis zu meiden.

Es beginnt schon morgens, wenn man zur Arbeit kommt. Man steht und wartet auf den Aufzug, wobei man ja nur auf die andere Seite gelangen will. Dann fängt ab 8 Uhr das Housekeeping an, den Aufzug vollends zu beschlagnahmen. Zugestanden, sie können nicht anders um auf die anderen Etagen zu gelangen, aber bis mal alle 12 Zimmerschnepfen ihre Karren, Kisten und sonstiges Gewürm auf die andern Stockwerke gebracht haben, das nimmt Einiges an Zeit und vor allem den Aufzug in Anspruch.
Dann kommt der Wäschemann, der natürlich auch wieder auf jeder Etage rumgurkt und das immer mit zwei Wäschecontainern, woduch der Aufzug ganz voll ist. Dann der Etagenfuzzi, der die Dreckswäsche verteilt. Also wieder mit den Dingern durch die Etagen humpelt und den Aufzug blockiert.

Zwischendrin, als kleine Abwechslung, das VA-Büro mit der ollen Kaffeepause, das auch nur ‘ne Etage tiefer oder höher muss. Klar, daß die Küche nicht vergessen werden sollte, die, wie toll, gleich in -2 runterfährt wegen irgendeiner dämlichen Lieferung.
Vielleicht kommt dann auch noch ne Lieferung fürs Housekeeping? Sind wir schon um die Mittagszeit, bei der dann auch häufig der Wäschemann kommt, dann gehts natürlich erst nochmal richtig rund mit dem Mistding. Weil jeder jetzt nochmal rauf und runter und rüber muss.

Und ohne Pause gehts weiter: Nach der Mittagszeit fangen die ersten Zimmerschnepfen wieder an, ihr Gerempel zu verräumen. Also mal auf -1, um den Müll wegzuschmeißen, auf die erste Etage, um die Schmutzwäsche wegzutun und dann noch auf irgendeine andere Etage, um Wäsche auzufüllen und den Karren in den Flur zu stellen. Das macht pro Zimmermädchen … *andenkopflang* eine gnadenlos lange Zeit des Wartens.
Oh, fast hätten wir Herrn M. vergessen, der auch immer irgendwann im Aufzug ist und dann ganz cool mit seinem Meisterschlüssel alle Eingaben löscht und zuerst dorthin fährt, wohin er will. Und das kann von der fünften bis -3 alles sein und wieder zurück *boa*. Ja, und weiter gehts.

Nun wirds etwas ungezwungener: Jetzt, wo alle Frühdienstheinis Feierabend machen … Doch halt, da kommt bestimmt noch so’n Serviceschnösi und holt Getränke.
Och, den Spüler haben wir ganz vergessen, der alle 30 Minuten den Müll durchs Haus begleitet – natürlich vorwiegend auf eine der unteren Stockwerke, damit’s spannender wird, wann der Fahrstuhl endlich wieder bzw. ob er überhaupt wiederkommt. Früher musste ja dann erstmal richtig durchgelüftet werden, bevor man da drin wieder ausharren konnte. Naja.
Dann gibts noch irgendwelche Techniker, Monteure oder sonstiges Pack, das dauernd alle Aufzüge außer Betrieb nimmt oder repariert oder auch nur damit von -irgendwo auf die fünfte fährt.
Und man kann’s nicht verstehen, aber auch ab dem späten Nachmittag muss man mit enormen Wartezeiten am Aufzug rechnen. Auch wenn keiner von den Dauerbelegern mehr im Haus ist – es findet sich immer einer, der grad fährt. Man kann wirklich nur froh sein, dass dieser *kreisch*-Aufzug nicht noch nach links oder rechts fährt, dann bräuchte man in der Tat ‘nen Tag Urlaub für einmal fahren! Es geht wirklich den ganzen Tag: Immer steht man vor dem Mistding und steht sich die Beine in den Bauch.

Jetzt kommen wir dazu: Man drückt den Knopf, dann schielt man schon aus lauter Ungeduld durch den Spalt und dann sieht man, dass er glatt vorbeifährt. Oder er hält, das Licht geht aus, aber die Tür nicht auf, sondern auf der andern Seite und wenn man das nicht mitkriegt, wartet man ewig, weil man nochmal drücken muss. Man steht dann also da, von einem Bein auf’s andere hüpfend, vielleicht nochmal kurz wegrennend, weil man denkt, der braucht ja sowieso ewig. Und dann kommt er genau in dem Moment – dann spurtet man wieder *husch husch* zurück, es geht aber schon die Tür zu und man kann die nächste Nummer ziehen.
Oftmals hört man, wie “irgendjemand” irgendwelche Dreckskarren oder Wägen oder Staubsauer oder was auch immer über die Kanten rollt, und genau dieses Geräusch macht einen tobend, weil es bedeutet, daß der Aufzug noch nichtmal auf dem Weg ist, sondern wieder von “irgendjemandem” aufgehalten wird. Manchmal steht derjenige dann noch in der Aufzugtür und schwatzt oder noch gemeiner, stellt was dazwischen, weil er ja “nur ganz kurz” was zu erledigen hat.

Ist man dann eeeendlich in dem Ding drin, steht ‘ne ganze Meute Zimmerputzen oder sonstiges Gefolge im Aufzug und man hat keinen Platz, um schnell die Karte durchzuziehen, damit man grad mal noch rüber kommt, nö! Dann kommt man irgendwo an, es müssen alle raus und ein paar wieder rein und hin und her und so dauert das manchmal echt Tausende “Momente” um eigentlich nur 2m weiterzukommen.
‘Ne nette Eigeneinlage des Fahrstuhls ist es, einfach nicht mehr zu reagieren oder alle Eingaben zu löschen, ‘s geht einfach ‘s Lichtle aus und dann stehst’ da und wartest, bis er endlich fährt und dann merkst’ daß’ Licht wieder aus ist. Oder man steigt ein, drückt nach unten und er fährt nach oben, aber 100% nach gaaaaanz oben. Grausam, liebe Leser, ist es, wenn man zu einer dieser Zeiten in eine der unteren Stockwerke muss oder gar auf die fünfte. Es ist ja schon beinahe katastrophal von den mittleren Stockwerken weiterzukommen aber von ganz unten oder ganz oben, kommt man gleich gar nicht mehr weg. Da lohnt sich dann ein Überlebenspaket oder ‘n Micky Maus-Taschenbuch.

Was einen dann nach all diesen Erlebnissen nerven kann, ist diese gleichgültige und quälende Geschwindigkeit von dem Ding. Bis er mal die Türen aufmacht, wenn er schon am Ziel ist, ne, der macht noch ewigrum, aber noch schlimmer, bis die Türen wieder zu sind. Das dauert manchmal fast 5 Sekunden bis es weitergeht. Daß er grundsätzlich nicht der schnellste ist ist, klar, aber noch lange Trödeln beim Auf- und Zumachen der Türen ist echt fies. Und huscht man nur schnell mal raus um sich umzusehen, sind die Türen schneller zu als man Schei*** sagen kann.
Also wer immer das Haus entworfen hat, gehört in den Aufzug gesperrt!

Geschrieben und eingesandt von Sven.


persönlicher Kommentar: In meinem Haus gibt es 12 Etagen, die vom Hotel genutzt werden und auch nur einen Personalaufzug. (O.k., es gibt noch den Wäschaufzug, aber den nutzt fast niemand, weil er gaaanz auf der anderen Seite ist.) Ich kann diesen Text also durchaus nachvollziehen, so wie bestimmt jeder mit mehr als 4 Etagen im Haus. ;o)
 
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