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Alles über Wein

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(@manaus)
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Hallo!

....ich möchte mich intensiv mit dem Thema Wein beschäftigen!
Nur weiß ich nicht genau wie ich da rangehen soll, is ja doch ein sehr umfassendes Thema.
Vielleicht teile ich erst alles in Themen ein ( Geschichte, Rebsorten, Weinbereitung.....etc...)
Habe auch mehrere Bücher dazu, z.B. das Weinbuch von Andre Domine, viele kleine Bücher von Hallwag oder auch das Getränkebuch von Gasnier.
Kann mir jemand Tipps geben wie ich mich da ranmachen soll? Ich werde zwar jetzt die Hotelfachschule besuchen, wo dieses Thema nicht Priorität hat, aber Wein hat mich schon immer interessiert und ich möchte einfach mehr darüber wissen!

Danke für eure Hilfe!

manaus

"Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger."

 
Veröffentlicht : 19/06/2009 10:06 p.m.
(@mvwein)
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Wie du es anfangen willst, ist schon mal richtig. Bücher lesen hat noch nie geschadet. Das beste Lexikon was es in Deutschland zu kaufen gibt, ist aber das Oxford-Weinlexikon. kostet aber auch 99€.
Um beim Wein auch wirklich mitreden zu können und um auch zu verstehen was man da eigentlich liest, ist es wichtig als erstes ein Sensorikseminar zu besuchen. Dort lernts du Fehlerhafte Weine zu erkennen, unsaubere Weine, du kannst Unterschiede besser feststellen usw. Ich beschäftige mich nun schon 25 Jahre mit Wein und ich lerne jeden Tag dazu und man lernt nie aus. Geht auch nicht, weil jedes Jahr ein neuer Jahrgang kommt 😀 . Wenn Du dann immer noch dich dem Wein hingeben willst, ist es praktisch Geld zu investieren und ( so wie ich) eine Sommelierausbildung an der IHK Koblenz, einen Weinfachberater oder ähnliches zu machen. Die Ausbildung zum Sommelier ist anstrengend, teuer und sehr lehrreich. Alleine nur in der Ausbildungszeit wirst du 1000 Weine ausspucken.!!!
Ich könnte darüber ein Buch schreiben, wie man sich dem Thema nähert, aber ich hoffe die paar Tipps helfen dir schon mal weiter.
Gruß Torsten

 
Veröffentlicht : 19/06/2009 10:40 p.m.
(@lucullus)
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Um keinen neuen Thread aufzumachen: Ich habe eine Frage zur Mosel. Heiss ja nun "Mosel" das Weinanbaugebiet statt "Mosel-Saar-Ruwer" oder liege ich falsch? Weil das sogar noch auf Seiten wie denen des DVP nicht verbessert ist. In meinen Schulunterlagen finde ich folgende Bereichsaufteilung in 4 Teile:
Burg Cochem
Bernkastel
Ruwer-Saar
Obermosel/Moseltor

Im Internet finde ich aber eine aus 6 Teilen. Macht das nun nen Unterschied und welches ist wohl aktuell?
Burg Cochem
Bernkastel
Ruwer
Saar
Obermosel
Moseltor

Und hat einer von euch zufällig maps auf seinem Rechner über die Aufteilung von den Gebieten in Bereiche und Grosslagen? Von einigen Anbaugebieten wie der Mosel finde ich keine Karte über die geografischen Lagen der Bereiche, dabei fände ich das hilfreich. Dankesehr (=

 
Veröffentlicht : 09/02/2010 4:21 p.m.



(@jakru)
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Hallo!ich denke auch, dass es das besste ist, sich erstmal basiswissen anzueignen. Dann würde ich vor Ort mal die ein oder andere Weinprobe mitmachen. viel probieren (aber nicht auf einmal;-)) und weiter mit leuten sprechen und diese foren sind auch sehr gut!

wenn du schon etwas wissen hast, würde ich dir eine Wein -Tour am Rhein und an der Mosel zu machen. das sind die Weinorte in Deutschland schlechthin (vor allem für weisswein)und man lernt wirklich viel!

viel Spass,Jan

 
Veröffentlicht : 22/02/2010 5:41 p.m.
(@hemarudi)
Beiträge: 94
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Nur zur Info.
Am WE 20.03.2010 ist die Prowein in Düsseldorf.
Das ist eine riesige Weinmesse.

 
Veröffentlicht : 28/02/2010 3:56 p.m.
(@mvwein)
Beiträge: 169
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Die Prowei ist die nur für Fachbesucher. Ohne Anmeldung kommt man nicht mehr rein. Also für manaus sieht das schlecht aus.

 
Veröffentlicht : 28/02/2010 6:54 p.m.



(@lucullus)
Beiträge: 107
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Um keinen neuen Thread aufzumachen: Ich habe eine Frage zur Mosel. Heiss ja nun "Mosel" das Weinanbaugebiet statt "Mosel-Saar-Ruwer" oder liege ich falsch? Weil das sogar noch auf Seiten wie denen des DVP nicht verbessert ist. In meinen Schulunterlagen finde ich folgende Bereichsaufteilung in 4 Teile:
Burg Cochem
Bernkastel
Ruwer-Saar
Obermosel/Moseltor

Im Internet finde ich aber eine aus 6 Teilen. Macht das nun nen Unterschied und welches ist wohl aktuell?
Burg Cochem
Bernkastel
Ruwer
Saar
Obermosel
Moseltor

Und hat einer von euch zufällig maps auf seinem Rechner über die Aufteilung von den Gebieten in Bereiche und Grosslagen? Von einigen Anbaugebieten wie der Mosel finde ich keine Karte über die geografischen Lagen der Bereiche, dabei fände ich das hilfreich. Dankesehr (=

Ich meinte im Übrigen VDP und nicht DVP 😉
Die hab ich angeschrieben und bekam die Antwort, daß es zwar richtig ist, daß Mosel-Saar-Ruwer nun Mosel heißt, aber sie es fälschlich auf ihrer Seite bezeichnen, da: "so möchten gerne die Güter an Saar und Ruwer ebenso genannt werden, wie es bisher auch der Fall war. Wir entsprechen
gerne den Wünschen unserer Mitglieder. Sofern wir hier noch keinen Auftrag von "unseren" Gütern bekommen, werden wir es bei der Bezeichnung Mosel-Saar-Ruwer belassen.
"
Finde ich für einen solchen offziellen und repräsentativen Verbund eigentlich schwach, oder wie seht ihr das?

Und was die Untergebiete angeht und meiner Frage dazu. MvWein war so gut zu helfen und es sind 6 an der Zahl. Vielen Dank!
Und dazu gabs dann einen hilfreichen Link mit guten Karten, wie ich sie gesucht habe, vielleicht kann ja noch ein anderer hier sie brauchen: http://www.edenwines.co.uk/mosel.htm

 
Veröffentlicht : 03/03/2010 9:12 p.m.
(@mvwein)
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Habe dir dazu mal was per PN geschickt.

Hier noch einmal eine Geschichte eines Kollegen: Ein Gast wies den Kellner darauf hin, das die Weinkarte falsch geschrieben wäre.

Sowas kommt bei selbstverschuldetem Chaos raus. Kein Wunder wenn solche Änderungen nicht konsequent durchgesetzt werden. Den Menschen kann man keinen Vorwurf machen. Woher sollen sie es auch wissen.

 
Veröffentlicht : 03/03/2010 10:09 p.m.
(@lucullus)
Beiträge: 107
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Huhu, mal wieder Fragenstunde 😉

Ich beschäftige mich grade viel mit Frankreich und umso mehr ich lese, desto verwirrter werde ich, obwohl ich dachte es bereits durchschaut zu haben. Es geht um die Klassifizierungen von 1855.

Ich versuche es zu erklären, wie ich es bisher verstanden habe, bitte berichtigt mich!!

Das Bordeaux klassifiziert 5 Grand Crus (aus reiner Faulheit verzichte ich grade auf Akzente):
Premiere, Deuxieme, Troisieme, Quatrieme, Cinquieme
Oft sind auf den Etiketten der Weine unter dem Premiere Cru Classe einfach als Grand Cru zusammen bezeichnet.

Danach kommen die Cru Burgeois (unterteilt in Cru Burgeois Exeptionel, Cru Burgeois Superieure, Cru Burgeois)
Dann die Cru Artisane.
Die Süssweine des Sauternes und des Barsac werden in Premieres Crus Classes Superieure, Premiere Crus Classes und Deuxieme Crus Classes nur unterschieden.

Nun kommen wir zum Burgund

In einer Übung zu meiner Wset-Prüfung steht die Appellationen des Burgunds würden sich folgendermassen aufreihen:
Allgemein-Gemeinde- Bereich- Premier Cru- Grand Cru

Ich verstehe dann dass ein Grand Cru die beste Klassifizierung ist. Dadrunter folgt der Premieres Cru und keine weiteren Crus wie im Bordeaux. Das ist doch richtig oder?

Im Beaujolais wird absteigend in Beaujolais premeur, Beaujolais superieur und Beajolais village unterteilt.

Oder? Mein Kopf dröhnt hier langsam. Danke!

 
Veröffentlicht : 04/04/2010 3:31 p.m.



(@mvwein)
Beiträge: 169
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Tja, alles nicht so einfach oder? Im Burgund hast du schon richtig erkannt, das es zwei große Cru-Klassifizierungen gibt. Danach folgen aber noch weitere Abstufungen. Ich versuch es dir mal zu beschreiben:
Im Burgund gibt es ein zentral organisierte Qualitäts-Einstufungs-System, das jeden einzelnen Weinberg bzw. jede Lage (Cru) an der Côte d´Or und in Chablis (allerdings nicht im Beaujolais und Mâconnais) genau erfasst und das für alle der rund 200 Appellationen gültig ist (im Gegensatz dazu gibt es bei der Bordeaux-Klassifizierung lokale Systeme, die zum Beispiel in den Bereichen Médoc, Sauternes und Saint-Émilion unterschiedlich sind). Die besten Lagen sind die zwei ersten Qualitäts-Stufen Grand Cru und Premier Cru. Fast ausnahmlos bilden diese ein langes Band von Weinbergen, die den größten Teil der Hänge am Ostrand der Côte d´Or bedecken und am Morgen der Sonne zugewendet sind. Das verschachtelt organisierte System gliedert sich in folgende sechs Qualitäts-Stufen:

Grand Cru: Der Entscheidungs-Prozess, welche der vielen Lagen dieser höchsten Klasse zuzuordnen sind, dauerte sehr lange und war erst im Jahre 1984 abgeschlossen. Dies erfolgte durch langjährige Beobachtung der Wein-Qualität. Außer in Chablis tragen diese Lagen der allerhöchsten Klasse nicht den Namen der jeweiligen Gemeinde. Im 19. Jahrhundert fügten jedoch viele Gemeinden die Bezeichnung der Grand-Cru-Lage dem Ortsnamen hinzu. So wurde zum Beispiel Aloxe zu Aloxe-Corton, Chambolle zu Chambolle-Musigny, Chassagne zu Chassagne-Montrachet, Gevrey zu Gevrey-Chambertin und Vosne zu Vosne-Romanée. Es gibt insgesamt 32 dieser Spitzenlagen, wobei jede einer eigenen Appellation (AOC) entspricht. Mazoyères-Chambertin ist im Grunde genommen nur ein anderer Name für Charmes-Chambertin. Es gibt somit 33 Lagennamen, aber nur 32 Lagen. Die Gemeinden mit den in der Klammer angeführten Grand-Cru-Lagen sind:

Aloxe-Corton (Charlemagne, Corton, Corton-Charlemagne), Chablis (Chablis Grand Cru mit sieben Sub-Lagen), Chambolle-Musigny (Bonnes-Mares, Musigny), Flagey-Échezeaux (Échezeaux, Grands Échezeaux), Gevrey-Chambertin (Chambertin, Chambertin-Clos de Bèze, Chapelle-Chambertin, Charmes-Chambertin, Griotte-Chambertin, Latricières-Chambertin, Mazis-Chambertin, Mazoyères-Chambertin, Ruchottes-Chambertin), Chassagne-Montrachet und Puligny-Montrachet – siehe unter Montrachet (Bâtard-Montrachet, Bienvenues-Bâtard-Montrachet, Chevalier-Montrachet, Criots-Bâtard-Montrachet), Morey-Saint-Denis (Bonnes-Mares, Clos de la Roche, Clos de Tart, Clos des Lambrays, Clos Saint-Denis), Vosne-Romanée (La Grande Rue, La Romanée, La Tâche, Richebourg, Romanée-Conti, Romanée-Saint-Vivant) und Vougeot (Clos de Vougeot). Viele dieser Lagen teilen sich oft zahlreiche Besitzer, bei Clos de Vougeot sind dies zum Beispiel knapp 80 Winzer. Deshalb kann die Qualität recht unterschiedlich sein.

Premier Cru: Die zweite Qualitätsstufe sind so genannte “erste Lagen”. Auch bei dieser Einstufung machten es sich die Burgunder sich nicht leicht, so wurden zum Beispiel bei der Lage Les Petits Epenots in der Gemeinde Pommard die Parzellen 2 bis 18 und 13 bis 19 als Premier Cru klassifiziert sind, der Rest aber nicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass auch einige der Premier-Cru-Lagen durchaus Grand-Cru-Qualität entsprechen oder auch darüber stehen können. Auf dem Etikett scheint (im Gegensatz zu den Grand Crus) eine Kombination zwischen Gemeinde und Lage-Namen auf. Wenn aber der Wein aus mehreren Premier-Cru-Lagen stammt, dann folgt dem Ortsnamen nur der Text “Premier Cru”.

Climat: Das sind die "einfachen Lagen", die eine Vorstufe zu Premier Cru darstellen (der Wein wurde noch nicht als Premier Cru eingestuft). Auf dem Etikett scheint der Name des Climat (Lage) hinter dem Namen der Gemeinde auf, wobei der Gemeindename zwischen "Appellation" und "Contrôlée" wiederholt werden muss, zum Beispiel "Beaune Les-Cent-Vignes Appellation Beaune Contrôlée".

Appellation Communale oder Appellation Village: Es wird der Name der Gemeinde angeführt, zum Beispiel Gevrey-Chambertin oder Vosne-Romanée (in diesen Gemeinden können sich natürlich Grand-Cru-Lagen befinden, die aber eben dann ohne Gemeinde-Namen verwendet werden). Lagen-Angaben sind nur dann zulässig, wenn sie in einem kleineren Schriftgrad als jenem der Gemeinde sind (siehe auch unter Villages).

Appellation Régionale: Es wird nur der Bereich angegeben, zum Beispiel Beaujolais, Chablis, Côte de Beaune, Côte Chalonnaise, Côte d´Or, Côte de Nuits oder Mâconnais.

Appellation Génerique: Bei allen Weinen, die nicht in den ersten fünf Stufen deklariert sind, darf keine Gemeinde bzw. Bereich auf dem Flaschen-Etikett aufscheinen. Sie tragen die Bezeichnungen Bourgogne, Bourgogne Aligoté (Weißwein aus Aligoté, eventuell Zusatz von Chardonnay), Pinot Bourgogne, Bourgogne Passe-Tout-Grain (Rotwein aus zwei Dritteln Gamay und einem Drittel Pinot Noir), Bourgogne Grand Ordinaire (unterste AC-Stufe) und Crémant de Bourgogne bzw. Bourgogne Mousseux (Schaumwein).

So und jetzt zum Beaujolais:
Der französische Weinbaubereich zählt weinrechtlich gesehen in vollem Umfang zu Burgund und liegt im äußersten Süden dieser Region. Historisch hat es aber nie dazu gehört. Der Nordteil des Beaujolais gehört zum Département Sâone-et-Loir und damit auch verwaltungstechnisch zum Burgund. Der Großteil hingegen mit der Hauptstadt Villefranche-sur-Saône gehört verwaltungstechnisch zum Département Rhône und zählt damit zur Region Rhône-Alpes. Den südlichsten Teil des Beaujolais bildet die eigene Appellation Coteaux du Lyonnais. Es handelt sich um uraltes Weinbaugebiet, denn unter anderem wurden am Mont Broulliy (heute eine der Cru-Gemeinden) Reste römischer Weinberge entdeckt. Im 7. Jahrhundert wurden von Benediktiner-Mönchen weitere Rebflächen angelegt. Der Name leitet sich vom Geschlecht der Beaujeu ab, die hier von 950 bis 1400 regierten. Am Fuße ihrer Burgfestung entstand im 10. Jahrhundert das Städtchen namens Beaujeu. Zur Eigenständigkeit gegenüber dem Burgund kam es durch das Edikt von Philipp II. dem Kühnen (1342-1404), mit dem der Anbau der Gamay-Rebe im eigentlichen Burgund verboten wurde. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts spielte hier der Weinbau jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Das war auch auf die schlechte Transportmöglichkeit des Weines zu den großen Abnahme-Plätzen zurückzuführen, der Wein wurde deshalb vor allem im Bereich selbst getrunken. Erst durch den Bau des Briare-Kanals, der ab dem Jahre 1642 die zwei Flüsse Loire und Seine verband, öffnete sich dann schließlich der Markt auch für Paris.

Der Bereich ist 50 Kilometer lang und 30 Kilometer breit. Im Osten liegt das Flusstal der Sâone, im Norden grenzt der burgundische Bereich Mâconnais an, mit dem sich Beaujolais zum geringen Teil überschneidet. Die Weinberge belegen rund 22.500 Hektar Rebfläche in einer Seehöhe zwischen 200 und 450 Metern in 96 Weinbau-Gemeinden. Der Markt wird von großen Winzergenossenschaften beherrscht. Rund 2.500 Winzer besitzen nur eine Rebfläche zwischen einem und vier Hektar. Zu über 95% werden Rotweine und nur zu einem kleinen Teil auch Rosé- und Weißweine erzeugt. Der rote Beaujolais wird hauptsächlich aus der für dieses Gebiet typischen roten Rebsorte Gamay gewonnen, deren Besonderheit das weiße Fruchtfleisch ist (der volle Name lautet Gamay Noir à Jus Blanc). Ihr Anteil an den Rebflächen beträgt 99%. Diese Monokultur ergab sich nach der Reblaus-Katastrophe. Den winzigen Rest belegen Aligoté, Chardonnay, Pinot Gris und Melon de Bourgogne für den Weißwein, die aber auch bis maximal 15% für Rotwein und Rosé erlaubt sind. Der ebenfalls noch zugelassene Pinot Noir darf noch bis 2015 bis 15% dem Rotwein beigemischt werden. Das für den Weinbau ideale, gemäßigte Klima hat kontinentale, atlantische und mediterrane Einflüsse. Die Beaujolais-Weine müssen trocken ausgebaut sein und sind in der Regel weich bzw. wenig tanninbetont, frisch und aromatisch.

Für den als Beaujolais Nouveau für den Export oder speziell am französischen Markt auch als Beaujolais Primeur bezeichneten Wein werden die unversehrten, gesamten Trauben mit der Methode Macération carbonique vergoren, bei der sich viel Kohlensäure bildet. Die Gärung dauert ein bis zwei Wochen. Dadurch wird das aromatische Potential der Gamaytraube voll entfaltet. Der leuchtend rubinrot bis bläuliche Wein hat relativ viel Säuregehalt und ein fruchtiges Aroma. Er darf ab dem dritten Donnerstag im November vermarktet werden und ist jung innerhalb eines Jahres zu trinken. Mit einem großen Fest in Beaujeu am Mittwoch vor dem dritten Donnerstag im November wird der neue Jahrgang freigegeben. Dabei gibt es einen Fackelzug, ein Festessen und Tanz. Bei der „Mise en Perce“ um Mitternacht erfolgt der Abstich. Jährlich werden vom weltweit beliebten Wein 60 Millionen Flaschen produziert, von denen 50% in 200 Länder exportiert werden.

Die langlebigeren und tanninhaltigeren Weine werden mit der klassischen Maischegärung vinifiziert. Diese werden zumeist erst nach einem Jahr abgefüllt. Jährlich am zweiten Dezember-Sonntag gibt es eine Auktion (Versteigerung) von Weinen mit karitativem Zweck. Diese „Hospices de Beaujeu“ wurde erstmals im Jahre 1797 durchgeführt. Das war 62 Jahre vor der viel berühmteren Hospices de Beaune. Der Preis eines Flaschen-Postens muss dabei solange überboten werden, bis die Flamme einer Kerze erloschen ist. In Besitz der Vereinigung sind 65 Weinberge. Eine Besonderheit im Beaujolais ist die traditionelle Servierflasche Pot Lyonnais mit einem extrem dicken Glasboden, wodurch der vorher in einem Eisfach gekühlte Wein auf dem Tisch länger kühl gehalten werden kann.

Beaujolais: Die einfache Appellation steht prinzipiell allen Winzern des gesamten Beaujolais offen, wird aber großteils nur in der südlichen Hälfte auf rund 10.000 Hektar Rebfläche genutzt. In dieser herrscht toniger Kalkboden mit Sandstein vor. Die hier gekelterten Weine sind deutlich leichter als im Norden und reichen an deren Qualität nicht heran. Es sind zumindest 10% vol Alkoholgehalt vorgeschrieben. Die wichtigsten Produzenten sind große Genossenschaften wie Cave Beaujolaise du Bois-d’Oingt, Cave Coopérative Beaujolaise de St-Verand und Les Vignerons de la Cave Bully. Die Appellation Beaujolais Supérieur gilt für Weine mit 10,5% vol Alkoholgehalt, wird aber kaum genutzt.

Beaujolais Villages: Die Appellation umfasst knapp 6.000 Hektar Rebfläche im Norden. Die fiktive Trennlinie zum Süden bildet die Gemeinde Villefranche-sur-Saône. Die Böden bestehen aus Granit, Porphyr und Schiefer mit Sand und Lehm (ohne Kalk). Die Verwitterung des Granitgesteins in Form von Quarzsand bildet an bestimmten Stellen eine Schicht von zehn Zentimetern bis mehreren Metern Dicke. Das ist der Boden, auf dem die Gamay-Rebe die besten Ergebnisse erbringt. Insgesamt 38 Gemeinden besitzen das Recht, den Namen nach Beaujolais am Etikett anzuführen, davon haben die zehn unten angeführten Cru-Status. Handelt es sich um einen Verschnitt aus zwei oder mehr Gemeinden, muss „Beaujolais Villages“ verwendet werden. Acht Gemeinden haben das Recht, die Weine als Mâcon-Villages und vier davon auch als Saint-Véran zu vermarkten.

Beaujolais Crus: Zehn Gemeinden im nördlichen Bereich haben Cru-Status, was aber im Gegensatz zu den anderen Appellationen ausschließlich für Rotweine gilt. Deren Rebflächen umfassen insgesamt über 6.700 Hektar. Vor allem diese Weine haben den Namen Beaujolais berühmt gemacht. Auf den ersten Blick sind viele gar nicht als Beaujolais zu erkennen, da auf den Flaschen-Etiketten nicht selten nur die Gemeinde aufscheint. Auch Flurnamen und Lagen können angefügt werden. Die Gemeinden sind Brouilly, Chénas, Chiroubles, Côte-de-Brouilly, Fleurie, Juliénas, Morgon, Moulin-à-Vent, Régnié und Saint-Amour. Die Weine der Crus Chénas, Morgon und Moulin-à-Vent gelten als die besten. Alle Crus außer Régnié dürfen ihre Weine auch als Beaujolais, Beaujolais Villages oder Bourgogne deklassieren.

Bekannte Produzenten von Beaujolais-Villages und/oder Crus sind Château du Bluizard, Domaine Jean-Marc Burgaud, Domaine F & J. Calot, Château de La Chaize, Domaine Champagnon, Domaine Emile Cheysson, Michel Chignard, Louis-Claude Desvignes, Domaine Desperrier, Duboeuf, Jean Foillard, Domaine de la Fully, Domaine Gay-Coperet, Château des Jacques, Paul Janin, Bernard Jomain, Domaine Benoit Trichard, Hubert Lapierre, Jean Lathuilière, Domaine des Marrans, Domaine Laurent Martray, Alain Michaud, Domaine Gilbert Picolet, Domaine Dominique Piron, Jean-Charles Pivot, Michel Tête, Château Thivin, Domaine des Terres Dorées, Domaine Benoit Trichard, Domaine du Vissoux.

Und jetzt noch eine wichtige Neuerung zum Bordeaux aus dem Jahre 2009. Lese dir das bitte gut durch. Das könnte bei der WSET Prüfung eine Fangfrage werden. Die wollen nämlich testen, inwieweit ihr schon auf neue Sachen eingestellt seit.
Alles begann mit der berühmten „Bordeaux-Klassifizierung“ im Jahre 1855. Vom 15. Mai bis 15. November fand unter der Ägide von Napoleon III. (1808-1873) die Weltausstellung in Paris statt. Der Kaiser beauftragte die Handelskammer von Libourne, als Vorbereitung für dieses Ereignis, „eine vollständige Liste der klassifizierten Bordeaux-Rotweine sowie unserer großen Weißweine” zu erstellen. Die Handelskammer konnte sich aber auf kein Bewertungs-System einigen und delegierte die Verantwortung an das „Syndicat des courtiers de commerce de Bordeaux“ - die Vereinigung der Weinmakler. Ein Klassifizierungs-System war nichts grundlegend Neues, denn ähnliche Rangordnungen gab es inoffiziell schon längere Zeit, insgesamt sind über 25 verschiedene vor dem Jahre 1855 bekannt. Die Makler hatten nur mehr wenig Zeit zur Verfügung, schafften aber dennoch innerhalb kürzester Zeit eine Liste. Diese beruhte nicht auf Verkostungen, sondern berücksichtigte in erster Linie die Verkaufspreise der letzten hundert Jahre. Dieses Kriterium besagte ganz einfach, dass die teuersten Weine auch die besten sind. Es wurden aber auch Ranglisten in die Entscheidung miteinbezogen, die zum Beispiel Alexander Henderson (1780-1863), Thomas Jefferson (1743-1826) und Cyrus Redding (1785-1870) erstellt hatten. Zusätzlich berücksichtigten die Makler noch die Reputation der Häuser und den damaligen Besitzstand. Summa sumarum stellt die Klassifikation eine Langzeitbetrachtung dar, so dass individuelle Schwankungen wie einzelne schlechte Jahrgänge oder schlechtere Qualitäten auf Grund von Eigentümerwechsel nur unwesentlich ins Gewicht gefallen sind.

Am 18. April 1855 gab der Maklerverband seine Aufstellung bekannt. Es wurde betont, dass die Klassifikation auf keinen Fall eine Momentaufnahme sei, sondern sich als „Ergebnis einer mehr als hundert Jahre alten Entwicklung“ versteht. Das Resultat waren zwei Listen, eine mit Rotweinen und eine mit Weißweinen. In die Rotwein-Liste wurden insgesamt 61 Châteaux aufgenommen (diese Anzahl bezieht sich aber auf den heutigen Status). Sie sollte für alle Rotweine der Gironde aufgestellt werden, beinhaltete jedoch nur Weine des Médoc und einen aus dem Gebiet Graves. Diese wurden von „Premiers Crus“ bis „Cinquièmes Crus“ in fünf Klassen gruppiert. Eine immer wieder gestellte Frage ist, ob es eine Reihung innerhalb der fünf Gruppen gibt. Diesbzüglich verhielten sich die Makler in der Bewertungsphase sehr widersprüchlich. In einem Brief vom 16. September 1855 an die Handelskammer bemerkten sie, dass es keinerlei Überlegenheit innerhalb einer Stufe gäbe: Weine der gleichen Klassifizierung seien als ebenbürtig anzusehen. Aber noch einen Monat vorher hatten sie das Gegenteil behauptet. Gegen die „Gleichheit“ spricht auch, dass in der Originalliste die Weine weder alphabetisch, noch nach Gemeinden geordnet wurden. Außerdem wurde dem Château Mouton-Rothschild explizit der erste Platz bei den Deuxième Crus sozusagen als „Trostpflaster“ zugewiesen. Fazit: Das Komitee reihte mit höchster Wahrscheinlichkeit sehr wohl innerhalb der Gruppen, wollte dies zuletzt aber offiziell nicht zugeben, um niemand zu verärgern und um Proteste zu verhindern. Siehe die Reihung unter Médoc, wo die Châteaux mit den Platzziffern ex der Originalliste angeführt sind.

In der Weißwein-Liste wurden 24 Châteaux aus den Bereichen Barsac und Sauternes in die zwei Klassen „Premiers Crus“ und „Deuxièmes Crus“ gruppiert. Schließlich aber wurde für eines davon die Sonderklasse „Premieur Cru Classé Supérieur“ vergeben, das war das Château d’Yquem. Das Weingut stand und steht somit sogar eine Stufe höher als die erste Klasse der Rotweine. Durch Besitzaufteilungen sind es heute 27 Châteaux. Siehe dazu ausführlich sowie auch die Aufstellung der Châteaux unter Sauternes. Beide Listen haben auch heute noch eine große Bedeutung. Für den Bereich Graves wurde erstmals 1953 und ergänzt 1959 und 1960 eine eigene Klassifizierung geschaffen. Für den Bereich Saint-Émilion wurde erstmals im Jahre 1955 ein eigenes System eingeführt und seitdem bereits mehrmals aktualisiert. Bei Graves und Saint-Émilion werden somit in mehr oder weniger regelmäßigen Zeitabständen Aktualisierungen bzw. Änderungen in der Einstufung vorgenommen. In den zwei Appellationen Fronsac und Pomerol gibt es als Ausnahme im Bordeaux keine Cru-Klassifizierung. Die Cru-Klassen der Bordeaux-Bereiche sind aber unterschiedlich in der Bezeichnung und auch in der Anzahl der Stufen, was gegenüber der zentral organisierten und für alle dortigen Appellationen geltenden Burgund-Klassifizierung besonders für den Laien sehr verwirrend ist. Es gab immer wieder Versuche, diese verschiedenen Systeme zu erneuern bzw. zu vereinheitlichen. Am bekanntesten ist ein System von Alexis Lichine (1913-1989), das aber letztlich auch nicht realisiert wurde.

Cru Bourgeois: Diese Bezeichnung ist erst in den 1920er-Jahren zur Zeit der Weinwirtschaftskrise entstanden. Neben der Cru Classé wurde als Stufe unter diesen „aristokratischen“ Weingütern sozusagen eine „bürgerliche Klasse“ geschaffen. Die Weine müssen aus einem der acht Médoc-Appellationen Haut-Médoc, Listrac-Médoc, Margaux, Médoc, Moulis, Pauillac, Saint-Estèphe oder Saint-Julien stammen. Weitere Kriterien sind kein Verkauf im Fass, Abfüllung auf dem Gut, Verkauf erst im zweiten auf die Lese folgenden Jahr und regelmäßige Qualitäts-Überprüfung anhand von Stichproben aus dem Handel. Von 1930 bis 1932 klassifierte eine Experten-Kommission 444 Weingüter. Der „Verband der Crus Bourgeois“ wurde 1962 gegründet, zu dieser Zeit existierte die Hälfte dieser Weingüter nicht mehr. Im Jahre 1976 wurde „Cru Bourgeois“ schließlich auch von der EU anerkannt. Im Jahre 1978 gab es eine zweite und schließlich 2003 die jüngste Klassifikation. Es bewarben sich 490 Châteaux, von denen nur 247 klassifiziert wurden. Die Klassifizierung beruhte auf den zwischen 1994 und 1999 produzierten Weinen.

Die Châteaux wurden in die drei Stufen Cru Bourgeois Exceptionnel (9), Cru Bourgeois Supérieur (87) und Cru Bourgeois (151), klassifiziert. Die bekanntesten Weingüter der 2003-Klassifikation waren (E = Exceptionnel): Château Bel-Air, Château Capbern-Gasqueton, Château Chasse-Spleen (E), Château Citran, Château Clarke, Château d’Agassac, Château d’Angludet, Château de Pez (E), Château du Glana, Château Fonréaud, Château Fourcas-Dupré, Château Fourcas-Hosten, Château Dutruch-Grand-Poujeaux, Château Gloria, Château Haut-Marbuzet (E), Château Labégorce, Château Labégorce-Zédé (E), Château Lanessan, Château Larose-Trintaudon, Château Les Ormes-de-Pez (E), Château Maucaillou, Château Meyney, Château Moulin-à-Vent, Château Phélan-Ségur (E), Château Potensac (E), Château Poujeaux (E), Château Siran (E), Château Tour Haut-Caussan. Das seit dem Jahre 1932 immer klassifizierte und auch 2003 vorgesehene Château Sociando-Mallet wurde auf eigenen Wunsch nicht berücksichtigt.

Nach der Veröffentlichung der 2003-Klassifikation kam es zu einer Anfechtung. Insgesamt 78 übergangene Châteaux klagten im Jahre 2004 beim Verwaltungsgericht Bordeaux und zeigten angebliche schwere Verfahrensfehler auf. Unter anderem sollen klassifizierte Winzer sich selbst bewertet haben und Weingüter im Zuge der Bewertung nicht einmal besucht worden sein. Die Berufungsinstanz des Verwaltungsgerichts von Bordeaux hob dann im Februar 2007 das neue Klassement auf. Die weitere Vorgangsweise war aber nach wie vor unklar. Man wartete auf die Reaktion der im Jahre 2003 gegründeten „Alliance des Crus Bourgeois“ als Rechtsvertreterin der Mitgliedsbetriebe. Es gab sogar vereinzelt die Meinung, dass auch die Klassifizierung des Jahres 1978 als obsolet zu betrachten und eigentlich die erste Klassifizierung aus 1932 als einzig und allein gültig zu betrachten sei.

Mitte 2009 wurde dann endlich eine endgültige Entscheidung getroffen und eine völlige Neuorganisation eingeführt. Die neue Klassifzierung bezieht sich nun nicht mehr auf das Château (Weingut), sondern auf den jeweiligen Jahrgang. Die zwei Kategorien „Cru Bourgeois Superieur“ und „Cru Bourgeois Exceptionnel“ wurden ersatzlos eliminiert. Nun muss jährlich um eine Einstufung angesucht werden, wobei als einzige Voraussetzung eine Mindestgröße von 7 Hektar in den Appellationen Médoc und Haut-Medoc, bzw. 4,5 Hektar in den sechs Gemeinde-Appellationen gegeben sein muss. Die einreichenden Châteaux werden einer Inspektion unterzogen. Der erste Jahrgang nach dem neuen Klassifikations-Modell ist 2008, der 2010 von einem unabhängigen Gremium verkostet werden soll.

Cru Artisan (Cru Paysan): Diese zwei Bezeichnungen wurden bereits im 19. Jahrhundert von Weinhändlern verwendet, waren jedoch nicht offiziell anerkannt. Beschrieben werden sie zum Beispiel 1868 im später als „Bordeaux-Bibel“ bezeichneten Werk (siehe dazu unter Féret Michel-Édouard). In den 1930er-Jahren gerieten die Bezeichnungen in Vergessenheit. Cru Paysan spielt keine Rolle mehr, aber auf Initiative kleiner Weingüter wurde 1989 die Klasse „Cru Artisan“ (artisan = Handwerk) beantragt, um einen größeren Spielraum bez. der Cru-Bourgeois-Bestimmungen zu gewähren. Grundvoraussetzung ist, dass der Besitzer eine Realperson sein muss, die sich persönlich um Weingarten, Keller und Verkauf kümmert. Das bedeutet, dass der Winzer sozusagen ein „handwerklicher“ Weinbauer ist und dies aufgrund des begrenzten Umfanges seiner Weingärten auch alles selbst erledigen kann. Cru Artisan wurde dann 1994 von der EU und 2006 auch in Frankreich von staatlicher Seite anerkannt. Anfang 2009 gab es im Médoc 44 klassifizierte Cru-Artisan-Produzenten.
Also achte unbedingt auf den Abschnitt von der Neuregelung aus dem Jahre 2009. Das ist wichtig!!!!
Falls du noch die Weingüter (aus dem Burgund) der Appellation regionale oder Appellation communale brauchst, lasse es mich wissen.
Gruß Torsten
http://www.wein-dozent.de

 
Veröffentlicht : 04/04/2010 4:03 p.m.
(@lucullus)
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huch du warst aber schnell (= Hab dir grad ne pn geschrieben. Vielen Dank schonmal. Ich mach mich jetzt mal ans lesen 😀

Edit:

Bin grad mal bei den Grand Crus angelangt ganz Oben und hab schon nen Haufen neuer Fragen bzw. Unklarheiten oder Verwirrungen. Ich schreib jetzt Dinge mit während ich das Oben lese und versuche es zu kapieren. Ich hab das Gefühl ich versteh etwas generelles falsch was AOC, Gemeinden, Bereiche angeht etc aber wir werden sehen. Bis später!

 
Veröffentlicht : 04/04/2010 4:13 p.m.
(@lucullus)
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Außer in Chablis tragen diese Lagen der allerhöchsten Klasse nicht den Namen der jeweiligen Gemeinde (wie würde die Gemeinde heissen, was sind die Namen der Gemeinden des Cotes d`Or- ist das Cotes de Nuits und Cotes de Beaune oder noch genauer? zB. Pommard?).
Im 19. Jahrhundert fügten jedoch viele Gemeinden die Bezeichnung der Grand-Cru-Lage dem Ortsnamen hinzu. So wurde zum Beispiel Aloxe zu Aloxe(Lage, wie zb. deutsche Einzellage)-Corton (Ortsname), Chambolle zu Chambolle-Musigny, Chassagne zu Chassagne-Montrachet, Gevrey zu Gevrey-Chambertin und Vosne zu Vosne-Romanée. Es gibt insgesamt 32 dieser Spitzenlagen, wobei jede einer eigenen Appellation (AOC) entspricht. Mazoyères-Chambertin ist im Grunde genommen nur ein anderer Name für Charmes-Chambertin. Es gibt somit 33 Lagennamen, aber nur 32 Lagen. Die Gemeinden mit den in der Klammer angeführten Grand-Cru-Lagen sind:

Aloxe-Corton (Charlemagne, Corton, Corton-Charlemagne),

So hier nun mein Problem: Oben noch wird das Beispiel Aloxe (als Lage) Corton (als Ortsname) genannt und erwähnt, es würden keine Gemeindenamen (ausser im Chablis) genannt auf dem Etikett, sondern evtl nur Lagen+Ortsnamen.
Nun wird hier aber gesagt, die Gemeinde hiesse Aloxe-Corton und es hätte die Lagen Charlemagne usw.
Mir wird in meinem Büchlein dazu auch noch gesagt, Aloxe Corton sei eine Weinbaugemeinde der Gemeinde Cotes des beaunes. Ich verstehe schon dass die beaune zu der Cotes d'Or gehört neben der Cotes de nuits, aber ich verstehe nicht wie Aloxe Corton gleichsam Lage+Ortsname sein soll und nicht Gemeinde und trotzdem Gemeinde mit Lagen.

Ach ich bin ab diesem Punkt verzweifelt.

Und dann gehts auch noch so weiter:

Appellation Communale oder Appellation Village: Es wird der Name der Gemeinde angeführt, zum Beispiel Gevrey-Chambertin oder Vosne-Romanée (in diesen Gemeinden können sich natürlich Grand-Cru-Lagen befinden, die aber eben dann ohne Gemeinde-Namen verwendet werden). Lagen-Angaben sind nur dann zulässig, wenn sie in einem kleineren Schriftgrad als jenem der Gemeinde sind (siehe auch unter Villages).

Und hier wieder: Gevrey-Chambertin wäre doch bei einem Premier Cru wohl nur Lage+Ortsname. Kann ein Premier Cru Gevrey-Chambertin heissen und ein Wein der nur Appellation Communale hat auch? Und bei dem Premier Cru bedeutet Gevrey-Chambertin= Lage+Ortsname und vor allem haben Premier Crus laut Oben keine Gemeindebezeichnung und bei dem Communale ist Gevrey Chambertin trozudem=Gemeinde? Ich kapier es einfach nicht. Hab nun versuch den ganzen Tag das zu begreifen. aber solange ich das nicht durchschau kann ich gar nicht weiterlesen... :I Sfz ich möchte das wirklich begreifen...

 
Veröffentlicht : 05/04/2010 12:20 a.m.



(@lucullus)
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Ich habe noch eine ganz grundsätzlichere Frage!

Französischer Wein wird ja wie folgt in Qualitäten unterteilt:

Vin de table
Vin de pays
V.D.Q.S
A.O.C.

Ein Cru oder ein Chateaux ist immer ein A.O.C. Wein oder? Genauso jeder Wein mit Appellation ob nun Régionale oder Village oder Génerique? A.O.C können für einen ganzen Bereich (wie die Beaune) oder für eine Gemeinde (wie Pommard, oder Paulliac im Bordeaux) oder eine konkrete Lage (Clos Blanc) ausgesprochen werden.
richtig oder?

 
Veröffentlicht : 05/04/2010 2:42 p.m.
(@lucullus)
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Nach der Veröffentlichung der 2003-Klassifikation kam es zu einer Anfechtung. Insgesamt 78 übergangene Châteaux klagten im Jahre 2004 beim Verwaltungsgericht Bordeaux und zeigten angebliche schwere Verfahrensfehler auf. Unter anderem sollen klassifizierte Winzer sich selbst bewertet haben und Weingüter im Zuge der Bewertung nicht einmal besucht worden sein. Die Berufungsinstanz des Verwaltungsgerichts von Bordeaux hob dann im Februar 2007 das neue Klassement auf. Die weitere Vorgangsweise war aber nach wie vor unklar. Man wartete auf die Reaktion der im Jahre 2003 gegründeten „Alliance des Crus Bourgeois“ als Rechtsvertreterin der Mitgliedsbetriebe. Es gab sogar vereinzelt die Meinung, dass auch die Klassifizierung des Jahres 1978 als obsolet zu betrachten und eigentlich die erste Klassifizierung aus 1932 als einzig und allein gültig zu betrachten sei.

Mitte 2009 wurde dann endlich eine endgültige Entscheidung getroffen und eine völlige Neuorganisation eingeführt. Die neue Klassifzierung bezieht sich nun nicht mehr auf das Château (Weingut), sondern auf den jeweiligen Jahrgang. Die zwei Kategorien „Cru Bourgeois Superieur“ und „Cru Bourgeois Exceptionnel“ wurden ersatzlos eliminiert. Nun muss jährlich um eine Einstufung angesucht werden, wobei als einzige Voraussetzung eine Mindestgröße von 7 Hektar in den Appellationen Médoc und Haut-Medoc, bzw. 4,5 Hektar in den sechs Gemeinde-Appellationen gegeben sein muss. Die einreichenden Châteaux werden einer Inspektion unterzogen. Der erste Jahrgang nach dem neuen Klassifikations-Modell ist 2008, der 2010 von einem unabhängigen Gremium verkostet werden soll.

Cru Artisan (Cru Paysan): Diese zwei Bezeichnungen wurden bereits im 19. Jahrhundert von Weinhändlern verwendet, waren jedoch nicht offiziell anerkannt. Beschrieben werden sie zum Beispiel 1868 im später als „Bordeaux-Bibel“ bezeichneten Werk (siehe dazu unter Féret Michel-Édouard). In den 1930er-Jahren gerieten die Bezeichnungen in Vergessenheit. Cru Paysan spielt keine Rolle mehr, aber auf Initiative kleiner Weingüter wurde 1989 die Klasse „Cru Artisan“ (artisan = Handwerk) beantragt, um einen größeren Spielraum bez. der Cru-Bourgeois-Bestimmungen zu gewähren. Grundvoraussetzung ist, dass der Besitzer eine Realperson sein muss, die sich persönlich um Weingarten, Keller und Verkauf kümmert. Das bedeutet, dass der Winzer sozusagen ein „handwerklicher“ Weinbauer ist und dies aufgrund des begrenzten Umfanges seiner Weingärten auch alles selbst erledigen kann. Cru Artisan wurde dann 1994 von der EU und 2006 auch in Frankreich von staatlicher Seite anerkannt. Anfang 2009 gab es im Médoc 44 klassifizierte Cru-Artisan-Produzenten.
Also achte unbedingt auf den Abschnitt von der Neuregelung aus dem Jahre 2009. Das ist wichtig!!!!
Falls du noch die Weingüter (aus dem Burgund) der Appellation regionale oder Appellation communale brauchst, lasse es mich wissen.
Gruß Torsten
http://www.wein-dozent.de
Oh, das ist hochspannend, ich lese es erst jetzt! Mir ist nicht klar, wie der Wein dann heissen wird, etwa einfach nur Cru Bourgeois? Und weisst du wann die Weine dieses Jahr verkostet und eingestuft werden? Exeptionel und Supérieure eliminiert! Davon höre ich zum ersten Mal! Vielen Dank für diese wichtige Info. Wie doof, dass meine Lehrerin für den WSET Kurs sowas nicht weiss. Ich wette meiner Schule ist das nicht klar. Ich werd gleich mal ne Mail schreiben an meine Lehrerin 😉

Und ich würd mich auf alle Fälle über die Weingüter regionale und communale freuen. Umso mehr ich hab und weiss umso grösser die Chance das allem am Ende tatsächlich zu durchschauen. Hoffe ich.

:super:

 
Veröffentlicht : 05/04/2010 3:54 p.m.
(@mvwein)
Beiträge: 169
Estimable Member
 

Oh Mann! Du willst aber vieles auf einmal wissen.
1. Die Bezeichnung Chateau ist AOC- Weinen vorbehalten
2. Das was jetzt kommt regt mich auf!!!!! Das sollte eure Lehrerin aber wirklich wissen!!! Wir haben seit dem 1.Augst neue Klassifizierungsgesetze in der EU. Hier die neue Aufteilung für Frankreich:
Im August 2009 wurde die EU-Weinmarktordnung mit grundlegenden Änderungen der Weinbezeichnungen und Qualitätsstufen gültig. Um den EU-Staaten Zeit für Umstellungen zu geben, gilt eine Übergangsfrist bis August 2011. Es gibt folgende neue Bezeichnungen bzw. Qualitätsstufen (siehe dazu auch detailliert unter Qualitätssystem):

* Vin de France - entspricht dem nun als Begriff verbotenen Vin de Table
* IGP = Indication Géographique Protégée (früher Vin de Pays)
* AOP = Appellation d’Origine Protégée (früher VDQS, AC)
Alle anderen Länder, die ich schon recherchieren konnt, kann ich dir auch zukommen lassen. Manche Länder sind aber noch nicht so weit, weil sie ja noch eine Übergangsfrist haben. Aber das mit den Lehrern habe ich damals bei meiner Sommelierausbildung auch schon kritisiert. Einmal gelernt und dann sich nicht weitergebildet. Manche (ich betone manche) waren als Lehrer völlig ungeeignet.
3. Zu deiner Frage mit dem AOC (heute AOP) nochmal einen Hinweis. Vielleicht erklärt sich das ein wenig einfacher für dich:
AOC oder AC = Appellation (d’Origine) Contrôlée: Die höchste Qualitätsstufe der kontrollierten Herkunft legt Herkunftsgebiet, Rebsorten und Herstellungsmethoden fest (siehe dazu ausführlich unter Appellation Contrôlée). Die Bezeichnung auf dem Etikett kann für eine ganze Region wie zum Beispiel Bordeaux, für eine Gemeinde wie zum Beispiel Margaux, einen Weinberg wie zum Beispiel Montrachet oder aber auch für einen bestimmten Weintyp wie zum Beispiel für den Schaumwein Crémant de Bourgogne vergeben werden. Innerhalb der AC-Klassen gibt es weitere Qualitätsbegriffe. Diese sind je nach Region unterschiedlich in Bezeichnung und Stufung.
Das neue Qualitätssystem zum durchlesen sende ich dir per PN Okay?

 
Veröffentlicht : 05/04/2010 5:08 p.m.



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